Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat seit Beginn der groß angelegten Invasion Russlands 176,7 Mio. US-Dollar zur Unterstützung des Agrarsektors in der Ukraine bereitgestellt; zu den Prioritäten zählen Minenräumung und Schulungen zur Förderung der Agrarwirtschaft, teilte die Leiterin des FAO-Büros in der Ukraine, Shakhnoza Muminova, mit.
„Seit 2022 hat die FAO gemeinsam mit ihren Partnern 176,7 Mio. US-Dollar zur Unterstützung von rund 300.000 Familien in ländlichen Gebieten und 17.000 Landwirten bereitgestellt“, sagte sie am Mittwoch am Rande des Agro Ukraine Summit gegenüber der Nachrichtenagentur „Interfax-Ukraine“.
Laut Muminova bleibt die humanitäre Minenräumung auf landwirtschaftlichen Flächen einer der am stärksten unterfinanzierten und zugleich wichtigsten Bereiche.
„Vor allem die Minenräumung erfordert hohe Mittel, da sie kostspielig ist. Die Ukraine verfügt derzeit über die weltweit größte Fläche an verminten landwirtschaftlichen Flächen. Wenn dieser Bereich unterfinanziert bleibt, könnte sich die Minenräumung über mehrere Jahrzehnte hinziehen. Wir wollen die Flächen jedoch so schnell wie möglich wieder in den landwirtschaftlichen Verkehr zurückführen“, betonte sie.
Die Leiterin des FAO-Büros teilte mit, dass derzeit 133.000 Quadratkilometer des ukrainischen Staatsgebiets untersucht werden müssen und das Risiko einer Verunreinigung durch explosive Gegenstände besteht.
Ihren Worten zufolge konzentriert sich die Arbeit der FAO in der Ukraine auf mehrere Hauptbereiche: die Unterstützung von Familien und Landwirten in ländlichen Gebieten sowie die technische Unterstützung der Regierung. Besonderes Augenmerk liegt auf der Untersuchung potenziell kontaminierter Gebiete und der Vergabe von Gutscheinen zur Wiederaufnahme der landwirtschaftlichen Tätigkeit auf geräumten Flächen.
Muminova wies zudem auf die mangelnde Finanzierung von Ausbildungs- und Entwicklungsprogrammen für die Agrarwirtschaft hin.
„Der ukrainische Agrarsektor erlebt derzeit aufgrund der Kampfhandlungen einen starken Abfluss von Arbeitskräften. Viele Menschen wandern ab, und der Agrarsektor leidet sehr darunter. Daher bleibt die Ausbildung einer der wichtigen Bereiche, der Unterstützung benötigt“, erklärte sie.
Nach Angaben der FAO-Vertreterin plant die Organisation, in den Jahren 2026–2028 weitere 240.000 Haushalte und Landwirte zu unterstützen. Zur Umsetzung dieses Plans benötigt die FAO 193 Millionen US-Dollar, doch derzeit ist das Projekt noch unterfinanziert.
„Am meisten beeindruckt mich, dass die Menschen ihr Heimatland nicht verlassen wollen, selbst wenn es dort gefährlich ist“, fügte Muminova hinzu.