Business news from Ukraine

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Über 80 % der Agrarunternehmen haben die Gehälter ihrer Mitarbeiter um 10–20% erhöht

5 August , 2026  

Über 80 % der ukrainischen Agrarunternehmen haben im ersten Halbjahr 2026 die Gehälter ihrer Mitarbeiter um 10–20 % erhöht, doch der Personalmangel bleibt eines der Hauptprobleme der Branche, und die Personalsuche ist schwieriger geworden als im Vorjahr, wie die Ergebnisse einer Studie des Analyseunternehmens Agrohub zeigen.
Demnach haben 81 % der befragten Unternehmen die Höhe der Vergütung bereits angepasst. Am stärksten stiegen die Gehälter für Agronomen, Ingenieure, Traktorfahrer und Fahrer – also genau jene Mitarbeitergruppen, in denen der Personalmangel am größten ist. Um Fahrer zu halten, wurden häufiger die Stücklohnsätze und der variable Einkommensanteil erhöht als die Festgehälter.
Der größte Personalmangel im ersten Halbjahr war bei Traktorfahrern, Fahrern, Ingenieuren und Mitarbeitern von Getreidespeichern zu beobachten. Als Hauptfaktoren, die die Personalsuche erschweren, nannten alle Umfrageteilnehmer die Mobilmachung, 69 % den Mangel an qualifizierten Fachkräften und 56 % die steigenden Gehaltserwartungen der Bewerber. Zu den weiteren Gründen zählen die Abwanderung der Bevölkerung und der Wettbewerb zwischen den Arbeitgebern.
Als Reaktion auf den Personalmangel greifen die Agrarkonzerne zunehmend auf Arbeitskräfte aus anderen Regionen der Ukraine, auf Menschen über 50 sowie auf Frauen für Positionen zurück, die früher traditionell als Männerberufe galten. Darüber hinaus investieren die Unternehmen in die interne Weiterbildung des Personals und in die Automatisierung von Produktionsprozessen, um die Abhängigkeit von Mangelberufen zu verringern.
„Die Unternehmen haben ihre Pläne für das erste Halbjahr erfüllt und die Einkommen ihrer Mitarbeiter erhöht, doch die Besetzung einer offenen Stelle ist heute oft teurer als die Bindung eines bestehenden Fachmanns. Gleichzeitig stellen wir fest, dass finanzielle Anreize als einziges Instrument an ihre Grenzen stoßen – ein endloses „Gehaltsrennen“ kann den physischen Personalmangel auf dem Arbeitsmarkt nicht beheben“, kommentierte Dmitri Lebedew, Leiter des Bereichs HR360 bei Agrohub.
Seinen Angaben zufolge werden die Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte den Schwerpunkt von groß angelegten Gehaltserhöhungen auf Automatisierung, den Ausbau interner Schulungen, die Erweiterung der Personalbeschaffungsquellen und die Überarbeitung der Arbeitsorganisationsmodelle verlagern.
Die Studie von Agrohub wurde im Juni 2026 unter 16 Agrarkonzernen mit einer Gesamtfläche von 2,2 Millionen Hektar durchgeführt, die in den Bereichen Pflanzenbau, Tierhaltung und Getreidespeicher tätig sind.

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