Wie Dw.com berichtet, haben die deutschen Strafverfolgungsbehörden einen 33-jährigen ukrainischen Staatsbürger festgenommen, der im Verdacht steht, Informationen über ein Rüstungsunternehmen in Bayern gesammelt zu haben, um mögliche Sabotageakte vorzubereiten.
Wie die Generalstaatsanwaltschaft München und die Landeskriminalpolizei Bayern am 6. August mitteilten, wurde der Mann am 2. August im Bundesland Thüringen unter Mitwirkung der örtlichen Polizei festgenommen. Am folgenden Tag erließ das Amtsgericht München einen Haftbefehl gegen ihn, woraufhin der Verdächtige in eine Untersuchungshaftanstalt in Bayern überführt wurde.
Nach Angaben der Ermittler soll der Mann im Juni 2026 das Gelände eines Rüstungsunternehmens im Süden Deutschlands fotografiert und die Bilder an seinen Auftraggeber weitergeleitet haben. Die deutschen Sicherheitsbehörden vermuten, dass dieses Material zur Vorbereitung von Sabotageakten genutzt worden sein könnte.
Der Verdächtige gilt als sogenannter „Low-Level-Agent“. Mit diesem Begriff bezeichnen die deutschen Sicherheitsbehörden Personen, die von ausländischen Geheimdiensten für die Ausführung einzelner, unkomplizierter Aufgaben herangezogen werden können, insbesondere zum Fotografieren von Objekten, zur Observation oder zum Sammeln öffentlich zugänglicher Informationen.
Die Staatsanwaltschaft hat nicht mitgeteilt, welcher ausländische Geheimdienst den Mann rekrutiert haben könnte. Der Name des Rüstungsunternehmens wird im Zusammenhang mit den Ermittlungen ebenfalls nicht bekannt gegeben.
In Deutschland ist der Verdacht auf Spionagetätigkeit zur Vorbereitung von Sabotageakten strafbar. Derzeit dauern die Ermittlungen an, und die Schuld des Festgenommenen wurde gerichtlich noch nicht festgestellt.
Die deutschen Sicherheitsbehörden hatten zuvor vor einer Zunahme der Versuche ausländischer Geheimdienste gewarnt, über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste Handlanger zu rekrutieren. Als potenzielle Ziele solcher Operationen wurden Rüstungsunternehmen, militärische Einrichtungen sowie die Verkehrs- und Energieinfrastruktur genannt. Gleichzeitig haben die Strafverfolgungsbehörden die neue Festnahme bislang nicht offiziell mit einem bestimmten Land oder anderen Ermittlungen in Verbindung gebracht.