Kinder mit psychischen Störungen, die stationäre Behandlung benötigen, sollen in der Ukraine in regionalen oder städtischen Kinderkrankenhäusern behandelt werden und nicht in allgemeinen psychiatrischen Einrichtungen, erklärte der stellvertretende Gesundheitsminister der Ukraine, Jewgeni Gonchar, in einem Exklusivinterview mit der Nachrichtenagentur „Interfax-Ukraine“.
Seinen Angaben zufolge wurde die Gesetzgebung geändert, nachdem Fälle bekannt geworden waren, in denen Kinder aus Heimen in psychiatrische Kliniken überwiesen wurden, insbesondere unter dem Vorwand einer Behandlung oder Genesung oder faktisch, um ihr Verhalten zu beeinflussen.
Ähnliche Fälle wurden in den Unterlagen des Menschenrechtsbeauftragten der Werchowna Rada sowie der Strafverfolgungsbehörden dokumentiert.
Gonchar betonte, dass eine psychiatrische Klinik nicht als Instrument zur Verhaltenskorrektur eines Kindes genutzt werden dürfe.
Ein gesondertes Problem stellen erwachsene Patienten mit Demenz dar, die sich über einen langen Zeitraum in psychiatrischen Einrichtungen aufhalten, vorwiegend aus sozialen und nicht aus medizinischen Gründen.
Stabile Patienten mit Demenz, die keine Behandlung von akuten Schüben benötigen, sollten nach Ansicht des stellvertretenden Ministers soziale Betreuung erhalten, insbesondere in Einrichtungen für betreutes Wohnen oder anderen spezialisierten Einrichtungen, anstatt dauerhaft Plätze in einer psychiatrischen stationären Einrichtung zu belegen.
Demenz, GESUNDHEITSMINISTERIUM, Kind, Krankenhaus, Psychiatrie