Wie Experts.news berichtet, ist in der Ukraine vor dem Hintergrund eines allgemeinen Rückgangs der Strafverfahren wegen Raiderangriffen der Anteil der Fälle von unrechtmäßiger Aneignung von Unternehmensvermögen stark gestiegen: Von Januar bis Juli 2026 wurden bereits 17 solcher Verfahren registriert, was den Wert für das gesamte Jahr 2025 übersteigt, wie aus Daten der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine hervorgeht, die von Opendatabot veröffentlicht und vom Analysezentrum Experts Club ausgewertet wurden.
Insgesamt wurden in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres 103 Strafverfahren registriert, die Opendatabot dem Raiderismus zuordnet. Ihre Gesamtzahl ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36 % zurückgegangen.
Die Struktur dieser Straftaten hat sich jedoch deutlich verändert.
Auf Fälle gemäß Artikel 206-2 des Strafgesetzbuchs der Ukraine – unrechtmäßige Aneignung von Vermögen eines Unternehmens, einer Einrichtung oder einer Organisation – entfielen 17 Verfahren, was etwa 16,5 % aller Fälle von Raider-Übernahmen entspricht.
Zum Vergleich: Im Jahr 2025 betrug der Anteil dieser Kategorie etwa 7 %.
Somit hat sich der Anteil der Verfahren, die am unmittelbarsten mit der Aneignung von Unternehmensvermögen zusammenhängen, innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt – von etwa 7 % auf 17 %.
Weitere 12 Verfahren wurden im Zeitraum Januar bis Juli gemäß Artikel 206 des Strafgesetzbuchs der Ukraine wegen Behinderung rechtmäßiger wirtschaftlicher Tätigkeit eingeleitet.
Dabei steht die Mehrheit der registrierten Fälle nach wie vor nicht im Zusammenhang mit der direkten Beschlagnahme von Vermögenswerten, sondern mit Dokumenten. Gemäß Artikel 205-1 des Strafgesetzbuchs der Ukraine über die Fälschung von Dokumenten, die zur staatlichen Registrierung von juristischen Personen und Einzelunternehmern eingereicht werden, wurden 74 Verfahren eingeleitet – fast 72 % der Gesamtzahl.
Trotz der Zunahme der Fälle von unrechtmäßiger Aneignung von Vermögen wurde keiner der 17 derartigen Fälle im Zeitraum Januar bis Juli 2026 vor Gericht gebracht. Eine ähnliche Situation ergab sich auch bei den Fällen der Behinderung rechtmäßiger wirtschaftlicher Tätigkeit.
Alle 11 Fälle von Raiderangriffen, die seit Jahresbeginn vor Gericht gebracht wurden, betrafen die Fälschung von Dokumenten.
Somit zeigen die offiziellen Statistiken zwei gegensätzliche Tendenzen: Die Gesamtzahl der registrierten Fälle von Raiderangriffen in der Ukraine geht zurück, doch der Anteil der Verfahren, die in direktem Zusammenhang mit der unrechtmäßigen Aneignung von Unternehmensvermögen stehen, steigt deutlich an.
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