Trotz einer deutlichen Erholung im Jahr 2025 und eines Anstiegs der Kennzahlen im zweiten Quartal 2026 liegt der Markt für Wohnungsneubau in der Ukraine weiterhin deutlich unter dem Vorkriegsniveau.
Wie das Informations- und Analysezentrum Experts Club unter Berufung auf Daten des Staatlichen Statistikdienstes berichtet, belief sich die Gesamtfläche des Wohnungsneubaus im Jahr 2025 auf 5,8 Mio. Quadratmeter und stieg damit gegenüber 2024 um 49,4%.
Im Vergleich zu 2021, als der Wert 12,7 Mio. Quadratmeter erreichte, blieb das Volumen jedoch um etwa 54% niedriger, also um mehr als das Doppelte.
Im Jahr 2022 betrug die Fläche des Neubaus 6,6 Mio. Quadratmeter, 2023 — 4,2 Mio. Quadratmeter und 2024 — 3,9 Mio. Quadratmeter.
Damit wurde der niedrigste Wert im betrachteten Zeitraum im Jahr 2024 verzeichnet, woraufhin sich der Markt 2025 deutlich zu erholen begann.
Im zweiten Quartal 2026 setzte sich dieser Prozess fort: Die Fläche der Wohngebäude, deren Baubeginn angemeldet wurde, stieg im Jahresvergleich um 6,1% auf 1,65 Mio. Quadratmeter.
Gleichzeitig bleibt die Nachhaltigkeit der Erholung bislang uneindeutig. Im gesamten ersten Halbjahr lag die Fläche des neuen Mehrfamilienhausbaus um 2,3% unter dem Vorjahresniveau, während die Zahl der angemeldeten Wohnungen um 6% zurückging.
Gleichzeitig steigen die Baukosten weiterhin rasch. Im Juli 2026 lagen die Baupreise um 23,7% über dem Niveau vom Juli des Vorjahres.
Auch die Preise für Wohnraum selbst steigen: Im zweiten Quartal 2026 erhöhten sie sich im Jahresvergleich um 19,6% und gegenüber dem ersten Quartal um 3,8%.
Damit ist der ukrainische Markt gleichzeitig mit einer Erholung der Bautätigkeit, einer hohen Inflation der Baukosten und einem erheblichen Rückstand gegenüber den Angebotsvolumina konfrontiert, die für die Zeit vor dem großangelegten Krieg typisch waren.