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Der tschechische Ministerpräsident warnte vor der Gefahr eines Dritten Weltkriegs und forderte Verhandlungen zwischen Putin und Selenskyj

17 September , 2026  

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš erklärte, dass die derzeitige Entwicklung der internationalen Lage die Welt in einen Dritten Weltkrieg führen könnte, und forderte Europa auf, der diplomatischen Beilegung des Krieges Russlands gegen die Ukraine mehr Aufmerksamkeit zu widmen.
Dies erklärte Babiš am 17. September in seiner Eröffnungsrede auf dem internationalen Verteidigungsgipfel „IISS Prague Defence Summit 2026“ in Prag. Die tschechische Regierung und der Veranstalter der Konferenz – das Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) – bestätigen die Rede.
„Ich scheue mich nicht, das laut auszusprechen. Der Weg, den die Welt derzeit einschlägt, führt nicht zur Sicherheit. Er führt geradewegs in die Hölle. Er führt uns in den Dritten Weltkrieg“, erklärte Babiš, dessen Worte von der tschechischen Nachrichtenagentur ČTK zitiert werden.
Nach Ansicht des tschechischen Ministerpräsidenten wird in der europäischen Sicherheitsdebatte der militärischen Komponente zu viel Aufmerksamkeit geschenkt und der Suche nach einer diplomatischen Lösung zu wenig. Er merkte an, dass Europa gemeinsam mit den USA direkte Verhandlungen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin anstreben müsse, um den Krieg zu beenden.
Dabei betonte Babiš, dass er Russland als Aggressor betrachte. Wie die tschechische Presse berichtet, erklärte der Ministerpräsident, Putins Vorgehen sei „völlig inakzeptabel“, doch die Diplomatie müsse seiner Meinung nach eines der wichtigsten Instrumente zur Beendigung des Krieges bleiben.
Babiš wies zudem auf die Dauer des Krieges hin. Seinen Angaben zufolge dauert die umfassende russische Aggression gegen die Ukraine bis zum 17. September bereits 1.666 Tage an – 99 Tage länger als der Erste Weltkrieg. Der Ministerpräsident erklärte, dass die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten nicht nur militärische, sondern auch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen hätten, darunter steigende Kosten für Energie und Lebensmittel sowie Druck auf die europäische Industrie.
Gleichzeitig sprach sich Babiš nicht gegen eine Verstärkung der europäischen Verteidigung aus, sondern schlug die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Raketenabwehrsystems namens „Euro Patriot“ vor. Seiner Vorstellung nach könnten die europäischen Länder ihre industriellen und technologischen Kapazitäten ähnlich wie bei der Gründung von Airbus bündeln und ein eigenes System zum Schutz vor ballistischen Raketen und Drohnen entwickeln.
„Wir müssen aus dem Krieg in der Ukraine lernen und nach Lösungen suchen, vor allem im Bereich des Schutzes vor ballistischen Raketen“, erklärte der tschechische Ministerpräsident. Seiner Ansicht nach würde ein solches Projekt gleichzeitig den europäischen Beitrag zur NATO stärken und zusätzliche Möglichkeiten für die europäische, einschließlich der tschechischen, Verteidigungsindustrie schaffen.
Der IISS Prague Defence Summit findet vom 16. bis 18. September 2026 in Prag statt. Daran nehmen politische und militärische Führungskräfte, Vertreter internationaler Organisationen, der Rüstungsindustrie sowie Experten teil. Zu den Hauptthemen der Konferenz zählen der Ausbau der europäischen Verteidigungsfähigkeiten, militärische Mobilität, Rüstungsbeschaffung, Raketenabwehr und die Zukunft der transatlantischen Zusammenarbeit.

 

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