Business news from Ukraine

Business news from Ukraine

Die Nationalbank der Ukraine hat den Leitzins angehoben

17 September , 2026  

Der Vorstand der Nationalbank der Ukraine (NBU) hat den Leitzins erwartungsgemäß um 0,5 Prozentpunkte auf 16 % p. a. angehoben und als Gründe für diese Entscheidung anhaltenden fundamentalen Preisdruck, Sekundäreffekte von Angebotsschocks sowie eine Zunahme mittelfristiger Inflationsrisiken genannt.

„Diese Entscheidung wird die Attraktivität von Hrywnja-Anlagen und die Stabilität des Devisenmarktes stützen, was es ermöglichen wird, die Inflationserwartungen unter Kontrolle zu halten und die Inflation wieder auf einen stabilen Abwärtspfad in Richtung des Zielwerts von 5 % am Ende des geldpolitischen Horizonts zu bringen“, erklärte die Aufsichtsbehörde am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Sie erinnerte daran, dass sich die Verbraucherpreisinflation im August auf 8,1 % im Jahresvergleich beschleunigt habe und damit leicht über dem Kurs der NBU-Prognose vom Juli gelegen habe. Die Zentralbank führte dies in erster Linie auf einen stärker als erwarteten Anstieg der Kraftstoffpreise vor dem Hintergrund der Eskalation des Krieges im Nahen Osten sowie auf höhere Steigerungsraten bei bestimmten behördlich festgelegten Tarifen aufgrund der Folgen russischer Angriffe auf kritische Infrastruktur zurück.

Die Zentralbank geht davon aus, dass die Inflation in den kommenden Monaten etwas höher ausfallen könnte als in der vorherigen Prognose angenommen, im Jahr 2027 jedoch wieder auf den Abwärtspfad zurückkehren wird.

Die Aufsichtsbehörde wies zudem darauf hin, dass das Volumen der offiziellen Auslandsfinanzierung im Juli und August geringer ausfiel als erwartet, wodurch die internationalen Reserven zurückgingen. Sofern die Ukraine jedoch ihre Verpflichtungen im Rahmen der Hilfsprogramme erfüllt, dürfte ein erheblicher Teil der Finanzierung in den kommenden Monaten wieder ausgeglichen werden.

Zu den weiteren Risiken zählte die Nationalbank den möglichen Entstehen zusätzlicher Haushaltsbedürfnisse für Verteidigung und Wiederaufbau sowie den zunehmenden Druck auf die Löhne aufgrund des Arbeitskräftemangels. Gleichzeitig könnte eine Verschlechterung der Sicherheitslage die Verbrauchernachfrage und den Arbeitsmarkt abkühlen, was einen disinflationären Effekt haben würde.

„Sollte die Verschlechterung der Sicherheitslage in den kommenden Monaten zu einer spürbaren Abkühlung der Verbrauchernachfrage und des Arbeitsmarktes führen, wird die NBU die Möglichkeit einer Lockerung der geldpolitischen Bedingungen prüfen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Wie berichtet, senkte die Nationalbank Ende Januar 2026 den Leitzins von 15,5 % auf 15 % p. a. und hielt ihn anschließend bei drei Sitzungen in Folge auf diesem Niveau. Bei der vorangegangenen Sitzung im Juli hob die Zentralbank den Leitzins für den Markt unerwartet um 0,5 Prozentpunkte auf 15,5 % p. a. an und kündigte eine mögliche weitere Anhebung bis zum Jahresende an.

Die Ergebnisse der Beratungen der Mitglieder des Ausschusses für Geldpolitik über eine Anhebung des Leitzinses auf 16 % p. a. wird die NBU am 28. September veröffentlichen.

Die nächste Sitzung des Vorstands der Nationalbank zu Fragen der Geldpolitik findet am 29. Oktober 2026 statt.

 

,