Die Einrichtung des ersten ukrainischen Agrar-Hubs in Ghana ist ein positiver Schritt zur Ausweitung der Präsenz auf dem afrikanischen Markt, doch um sich in der Region zu etablieren, muss die Ukraine internationale Finanzinstitutionen als Sicherheitsgaranten einbinden und vom Export von Rohstoffen hin zur Lieferung von Produkten mit Mehrwert übergehen, erklärte der Präsident der Ukrainischen Agrarkonföderation (UAK), Leonid Kozachenko.
„Afrika ist eine komplexe Region, aber gleichzeitig ein Kontinent, der weltweit am stärksten unter Nahrungsmittelknappheit leidet. Die Ukraine produziert fünfmal mehr Lebensmittel, als sie selbst verbraucht. Daher bedeutet der Ausbau unserer Präsenz auf dem afrikanischen Markt sowohl die Rettung von Menschenleben als auch enorme wirtschaftliche Perspektiven“, sagte er im „Ukrainischen Radio“.
Seinen Worten zufolge endeten frühere Versuche ukrainischer Unternehmen, in die Produktion in Afrika zu investieren oder Getreide eigenständig zu liefern, aufgrund politischer Instabilität oft mit finanziellen Verlusten und Fällen von Piraterie. Um solche Risiken zu minimieren, schlägt Kozachenko vor, Strukturen der UNO, insbesondere die FAO, sowie internationale Finanzinstitutionen in die Zusammenarbeit einzubeziehen, die als Vermittler und Garanten für Handelsgeschäfte fungieren können.
Derzeit beträgt der Anteil ukrainischer Waren an den Gesamtimporten der afrikanischen Länder weniger als 5 %. Um das Volumen zu steigern, rät der Experte, die Erfahrungen der Türkei und der VAE zu nutzen, die nicht Rohstoffe, sondern Fertigprodukte – Mehl, Teigwaren und Getreide – auf den Kontinent liefern.
Nach Ansicht von Kozachenko sollte es das strategische Ziel des Staates sein, innerhalb von 10 Jahren Investitionen in Höhe von etwa 85–90 Mrd. US-Dollar speziell in die interne Verarbeitung zu lenken. Dies würde es ermöglichen, die jährlichen Agrarexporte von derzeit 27 Mrd. USD auf über 120 Mrd. USD zu steigern.
Bei der Bewertung der Standortwahl für den Hub merkte der Vorsitzende der UAK an, dass Westafrika aufgrund interner Konflikte eine schwierige Region sei. Als vielversprechenderen Standort für Logistikzentren sieht er Nordafrika, insbesondere Marokko, wo die Wirtschaft stabiler ist und Möglichkeiten für die weitere Verteilung der Produkte auf dem gesamten Kontinent bestehen.