Die Europäische Union bereitet ein Förderprogramm für Unternehmen vor, das es ihnen ermöglichen würde, bei der Versorgung mit wichtigen Gütern nicht ausschließlich von der VR China abhängig zu sein, und das zudem die Auswirkungen von Pekings Maßnahmen im Falle eines Handelskonflikts abmildern würde, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Samstag unter Berufung auf Quellen.
„Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen wird dieses Instrument nicht billig sein und Finanzmittel erfordern, während die EU-Mitgliedstaaten derzeit über den langfristigen Haushalt verhandeln“, berichtet die Agentur.
Dabei bleiben sowohl der Umfang der benötigten Mittel als auch das Ausmaß der Gegenmaßnahmen der VR China im Falle eines Konflikts ungewiss.
Der von der Europäischen Kommission entwickelte Mechanismus soll Teil der Bemühungen der EU sein, die Folgen des erheblichen Handelsdefizits gegenüber der VR China in Höhe von 360 Milliarden Euro zu neutralisieren, von dem alle Länder der Europäischen Union betroffen sind.
Gleichzeitig sieht die Strategie der EU zur Neugestaltung der Handelsbeziehungen mit China auch Verhandlungen, die Diversifizierung der Lieferketten sowie eine effizientere Nutzung bereits bestehender Instrumente zur Unterstützung der eigenen Industrie vor. In der Europäischen Kommission wurde zudem betont, dass keines der Schutzinstrumente ausschließlich gegen China gerichtet sei.
Die Parteien haben sich Oktober 2026 als Frist für das Erreichen eines Ergebnisses gesetzt. Im Oktober soll der für Handel zuständige EU-Kommissar Maroš Šefčovič vor dem EU-Gipfel in Brüssel in die VR China reisen.
Bloomberg merkt an, dass Peking die Lieferungen von mineralischen Rohstoffen und Mikrochips kontrolliert, die für die wichtigsten Branchen der europäischen Industrie, darunter die Rüstungs- und die Automobilindustrie, von entscheidender Bedeutung sind.