Milchunternehmen aller Kategorien in der Ukraine produzierten im Januar 2026 insgesamt 421,2 Tausend Tonnen Rohmilch, was einem Rückgang von 11,8 % gegenüber Dezember 2025 und 7 % gegenüber Januar letzten Jahres entspricht, teilte der Verband der Milcherzeuger (AVM) unter Berufung auf vorläufige Daten des Staatlichen Statistikdienstes mit.
Der Branchenverband erklärte, dass der Rückgang der Produktion im Januar auf anhaltende Stromausfälle und die eingeschränkten Möglichkeiten der Verarbeitungsbetriebe zurückzuführen sei, während der Stromausfälle Rohstoffe anzunehmen.
Gleichzeitig wurde im industriellen Sektor ein Wachstum verzeichnet: Landwirtschaftliche Betriebe produzierten 269,9 Tausend Tonnen Milch, was einem Anstieg von 4 % gegenüber Januar 2025 entspricht. Der Anteil der Betriebe an der Gesamtproduktionsstruktur betrug 64 %.
In den privaten Haushalten hingegen war ein deutlicher Rückgang auf 151,3 Tausend Tonnen zu verzeichnen, was einem Rückgang von 21,7 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres und von 26,7 % gegenüber Dezember entspricht.
Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft ist die negative Entwicklung im Haushaltssektor auf den weiteren Rückgang des Kuhbestands und den Strommangel aufgrund von Beschuss zurückzuführen, was die Verarbeitung verteuert. Insgesamt betrug die Milchproduktion in der Ukraine im Jahr 2025 6,8 Millionen Tonnen (4 % weniger als 2024).
Trotz der allgemeinen Herausforderungen stieg die industrielle Milchproduktion im Januar 2026 in 13 Regionen. Die höchsten Zuwachsraten verzeichneten die Regionen Riwne (+26 %), Lemberg (+15 %), Iwano-Frankiwsk (+14 %) und Ternopil (+12 %). In der Region Wolyn stieg das Volumen um 9 %. Eine positive Dynamik wurde auch in den Regionen Schytomyr, Kiew, Chmelnyzkyj, Winnyzja, Mykolajiw, Tscherkassy, Tschernihiw und Poltawa verzeichnet.
Der Wirtschaftsverband stellte fest, dass die Landwirte gezwungen sind, mehr Geld für ihre eigene Stromerzeugung auszugeben. Aufgrund mehrstündiger Stromausfälle kam es zu Unterbrechungen bei der Lieferung von Rohmilch von Milchviehbetrieben (MTF) an Milchverarbeitungsbetriebe.
„Angesichts der Krise könnten die Milchviehbetriebe ihre Investitionspläne für 2026 überdenken, da es problematisch ist, die Rohmilchproduktion während der Stromausfälle zu steigern, und eine wesentliche Erholung der Nachfrage nach Milchprodukten auf dem Binnenmarkt kurzfristig unwahrscheinlich ist“, prognostiziert der Verband der Milcherzeuger.