Wie Serbian Economist berichtet, haben mehrere balkanische Medien gemeldet, dass die Türkei seit 2020 der größte ausländische Investor in Montenegro ist: Das Gesamtinvestitionsvolumen wird auf über 417 Millionen Euro geschätzt.
Gleichzeitig zeigen die offiziellen Statistiken ein „volatileres” Bild über die Jahre hinweg, wobei Serbien darin als eine der wichtigsten Kapitalquellen erscheint. So wird in einer analytischen Übersicht der parlamentarischen Haushaltskanzlei Montenegros auf der Grundlage von Daten über den Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (SDI) für 2024 Serbien mit 118,2 Millionen Euro als größte Quelle genannt, gefolgt von Russland mit 109,7 Millionen Euro und Deutschland mit 88,7 Millionen Euro. Die Türkei lag 2024 mit 39,5 Millionen Euro an vierter Stelle (USA – 37,2 Millionen Euro).
Im Jahr 2025 (Januar bis August) änderte sich die Rangfolge: Die Türkei belegte mit 92,2 Millionen Euro den ersten Platz, Serbien mit 91,8 Millionen Euro den zweiten Platz; gefolgt von Russland (45,3 Millionen Euro), Deutschland (41,7 Millionen Euro) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (34,7 Millionen Euro).
Der Hauptgrund für diese „Schwankungen” ist die Struktur der Investitionen. Im Jahr 2024 belief sich der gesamte Bruttozufluss von SDI auf rund 891,1 Millionen Euro, wovon der größte Teil auf Immobilientransaktionen (Kauf von Objekten) entfiel – 455,3 Millionen Euro. gefolgt von Intercompany-Forderungen (292,1 Millionen Euro) und Investitionen in Unternehmen und Banken (113,9 Millionen Euro). Das heißt, das Ranking der Investorenländer hängt weitgehend von den Zyklen auf dem Immobilienmarkt und großen einmaligen Transaktionen ab.
Es sollte zwischen dem „kumulierten Ergebnis seit 2020” und den „Führern eines bestimmten Jahres” unterschieden werden. Veröffentlichungen über die türkische Führungsposition stützen sich auf die Aggregation mehrerer Jahre und betonen die Beschleunigung der türkischen Präsenz in den letzten 1-2 Jahren. Insbesondere in Berichten unter Berufung auf die türkisch-montenegrinische Handelskammer werden Schätzungen genannt, wonach die Investitionen aus der Türkei im Jahr 2024 etwa 100,9 Millionen Euro und im Jahr 2025 (in 10 Monaten) etwa 110,8 Millionen Euro betrugen.
Serbien bleibt für Montenegro hingegen ein „struktureller” Investor: In den SDI-Statistiken gehört es regelmäßig zu den Spitzenreitern und belegte 2024 den ersten Platz. In der Praxis spiegelt dies die enge Verbindung zwischen den beiden Volkswirtschaften wider – von der Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Banken und Dienstleistungen bis hin zur aktiven Nachfrage nach Immobilien und Tourismus, weshalb der serbische Anteil deutlich auf die Konjunktur des Wohnungsmarktes und die Saisonabhängigkeit reagiert.
Insgesamt bleibt das SDI-Profil Montenegros für den Zeitraum 2020-2025 „Immobilien-Tourismus”, was bedeutet, dass sich die Zusammensetzung der Spitzenreiter nach Ländern schneller ändern kann als in Volkswirtschaften, in denen langfristige Industrieprojekte dominieren.