Ukrainische Käsehersteller beenden das Jahr ohne die erwartete vorweihnachtliche Belebung der Verkäufe, obwohl der Verbrauch im Dezember traditionell steigt. Immer mehr Käufer bevorzugten europäische Käsesorten aufgrund des niedrigeren Preises, berichtete die Branchenanalyseagentur „Infagro“.
Analysten stellten fest, dass das Angebot an preiswertem Importkäse auf dem ukrainischen Markt Ende 2025 deutlich zugenommen hat. Bereits jetzt entfällt schätzungsweise ein erheblicher Teil der Verkäufe von halbhartem Käse auf Produkte aus der EU, und dieser Trend wird sich wahrscheinlich noch verstärken.
„Der Absatz einheimischer Produkte konnte vor allem durch aktive Werbeaktionen gestützt werden, was sich negativ auf die Margen auswirkte. In Erwartung einer schwächeren Nachfrage im Januar haben die Hersteller zum Jahresende ihre Produktion gedrosselt, sodass die Produktion von Hart- und Halbhartkäse im Jahresverlauf im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist“, so die Experten.
Ihren Informationen zufolge erwarten die Marktteilnehmer auch im nächsten Jahr keinen Rückgang der Importe, da europäischer Käse preislich wettbewerbsfähig bleibt. Selbst im Rahmen von Sonderangeboten sind ukrainische Käsesorten oft teurer als importierte Produkte, was die Hersteller dazu zwingt, entweder erhebliche Preisnachlässe zu gewähren oder die Produktion zu drosseln.
„Eine Alternative zum Binnenmarkt bleibt für einen Teil der Hersteller der Export, wo die Preisbedingungen attraktiver sind“, stellten die Analysten fest.
Infagro betonte, dass der Markt für Schmelzkäse relativ stabil bleibt, ohne starke Schwankungen bei Nachfrage oder Produktion, was ihn zu einer der wenigen ausgewogenen Nischen im Käsesegment macht.