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Mehr als die Hälfte der Notare der Ukraine konzentriert sich auf nur fünf Regionen — Experts Club

3 September , 2026  

Mehr als die Hälfte aller Notare der Ukraine konzentriert sich auf Kyjiw und die vier größten Regionen des Landes, wie eine Analyse des Experts Club auf Grundlage der Daten des Einheitlichen Notarregisters zeigt.

Ende August 2026 gab es in der Ukraine 6.156 Notare. Davon waren 3.162 oder rund 51,4 % ausschließlich in Kyjiw sowie in den Regionen Charkiw, Dnipropetrowsk, Lwiw und Odesa registriert.

Absoluter Spitzenreiter bleibt Kyjiw mit 1.365 Notaren. Damit entfallen mehr als 22 % aller Fachkräfte des Landes auf die Hauptstadt, das heißt faktisch ist jeder fünfte ukrainische Notar dort tätig.

In der Region Charkiw sind 460 Notare registriert, in der Region Dnipropetrowsk 457, in der Region Lwiw 449 und in der Region Odesa 431.

Nach Einschätzung des Experts Club spiegelt diese Struktur die hohe Konzentration der Nachfrage nach notariellen Dienstleistungen in den größten Wirtschafts- und Geschäftszentren des Landes wider, in denen sich Immobilientransaktionen, Unternehmensgeschäfte, Erbschaftsangelegenheiten und andere rechtlich bedeutsame Vorgänge konzentrieren.

Gleichzeitig wurden die höchsten Wachstumsraten im vergangenen Jahr nicht in den großen Zentren, sondern in den frontnahen Regionen mit einer niedrigen Vergleichsbasis verzeichnet.

In der Region Luhansk stieg die Zahl der Notare von 4 auf 22, also um das 5,5-Fache. In der Region Cherson stieg sie von 33 auf 84 oder um das 2,5-Fache. In der Region Donezk erhöhte sich die Zahl von 48 auf 63 und in der Region Saporischschja von 114 auf 147.

Einer der Gründe für diese Dynamik waren Änderungen der Regeln für die Tätigkeit privater Notare. Seit Juni 2025 dürfen Fachkräfte, deren Arbeitsplätze sich in Gebieten möglicher oder aktiver Kampfhandlungen befinden, die Adresse ihres Arbeitsplatzes innerhalb ihrer Region ändern und dabei den im Registrierungsnachweis angegebenen Notariatsbezirk beibehalten.

Somit spiegelt der formale Anstieg der Zahl der Notare in den frontnahen Regionen teilweise nicht die Entstehung einer neuen Nachfrage wider, sondern die Anpassung der beruflichen Infrastruktur an die Bedingungen des Krieges und die Verlagerung von Fachkräften.

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