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Ozempic könnte das Risiko für eine Glatzenbildung erhöhen — Studie

Medikamente der GLP-1-Klasse, die häufig zur Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes eingesetzt werden, könnten mit einem geringfügig erhöhten Risiko für erblich bedingten Haarausfall bei Männern verbunden sein, berichtet das Informations- und Analysezentrum Experts Club unter Berufung auf die Ergebnisse einer neuen Studie von Wissenschaftlern der NYU Langone Health, die am 3. September 2026 online im Journal of Investigative Dermatology veröffentlicht wurde. (NYU Langone Health).

Die Forscher untersuchten die androgenetische Alopezie — die häufigste Form des männlichen Haarausfalls, bei der vor allem der vordere und obere Bereich des Kopfes betroffen sind. Die Analyse zeigte, dass bei Männern mit genetischer Veranlagung eine erhöhte Aktivität des Signalwegs des GLP-1-Rezeptors mit einem zusätzlichen Risiko von etwa 7 % für diese Form des Haarausfalls verbunden war. (NYU Langone Health)

Zu derselben Klasse gehören Medikamente auf Basis von Semaglutid und Tirzepatid, die insbesondere unter den Markennamen Ozempic, Wegovy und Zepbound bekannt sind. Die Autoren betonen jedoch, dass die Arbeit keine Beobachtung von Patienten darstellte, die diese Medikamente tatsächlich einnahmen. Die Wissenschaftler verwendeten die Methode der Mendelschen Randomisierung, bei der genetische Varianten als eine Art natürliches Analogon einer Einwirkung auf einen bestimmten biologischen Mechanismus genutzt werden.

In der Studie wurden 22 genetische Varianten identifiziert, die die Expression des GLP1R-Gens und entsprechend die Aktivität des GLP-1-Rezeptors erhöhen. Diese Daten wurden mit genetischen Informationen zum männlichen Haarausfall verglichen. Für die Analyse wurden große Datenbanken verwendet, darunter eQTLGen mit Daten von 31.684 Personen und Complex Traits Genetics mit Daten von 205.327 Personen.

Der Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung einer Reihe weiterer Faktoren bestehen, die den Haarverlust beeinflussen können, darunter Blutdruck, Insulinresistenz und Testosteronspiegel. Die Autoren betrachten die Ergebnisse als Hinweis auf eine mögliche ursächliche Rolle des GLP1R-Signalwegs selbst, warnen jedoch davor, sie automatisch mit der Wirkung eines bestimmten Arzneimittels gleichzusetzen.

„Unsere Studie zeigt erstmals einen genetischen Zusammenhang zwischen der GLP-1-Aktivität und einem erhöhten Risiko für männlichen Haarausfall bei androgenetischer Alopezie“, erklärte die leitende Autorin der Studie, Lynn Petukhova von der NYU Grossman School of Medicine. Ihren Angaben zufolge könnte eine genetische Bewertung künftig möglicherweise dabei helfen, Patienten zu identifizieren, die für diese Nebenwirkung besonders anfällig sind.

Der Mechanismus der möglichen Wirkung bleibt bislang unklar. Die Forscher halten sowohl einen direkten Einfluss auf die Haarfollikel als auch eine indirekte Wirkung über Stoffwechselveränderungen für möglich. Zudem wurde Haarausfall bei einem Teil der Patienten zuvor mit einer raschen Gewichtsabnahme, einer unzureichenden Nährstoffzufuhr und einem vorübergehenden telogenen Effluvium in Verbindung gebracht.

Die neue Studie steht im Einklang mit den Ergebnissen einer Reihe früherer Arbeiten. Eine im Mai 2026 veröffentlichte Metaanalyse von neun Interventionsstudien mit 4.114 Anwendern von GLP-1-Medikamenten stellte im Vergleich zu Placebo einen statistisch signifikanten Anstieg des Risikos für Haarausfall fest. Die Gesamthäufigkeit von Haarausfall unter den Patienten, die solche Medikamente erhielten, lag bei etwa 3,9 %. Dabei wiesen die Autoren der Metaanalyse aufgrund der vergleichsweise geringen Zahl verfügbarer klinischer Studien auf die Notwendigkeit weiterer Forschung hin.

Eine weitere systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 kam ebenfalls zu dem Schluss, dass Berichte über Haarausfall während einer GLP-1-Therapie genauer untersucht werden müssen, da mögliche Ursachen sowohl die Wirkung der Medikamente als auch eine schnelle Gewichtsabnahme, Ernährungsumstellungen und ein Mangel an bestimmten Mikronährstoffen sein können.

Die Autoren der neuen Arbeit betonen, dass der festgestellte Effekt moderat ist und seine klinische Bedeutung noch nicht abschließend geklärt wurde. Die Ergebnisse sind kein Grund, eine verordnete GLP-1-Therapie eigenständig abzusetzen. Bei merklichem Haarausfall sollten Patienten die Situation mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.

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