Business news from Ukraine

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Banken beginnen mit dem Aufbau einer eigenen Krypto-Infrastruktur – Stablecoins werden zum neuen Zahlungsstandard

Wie Fixygen berichtet, verändert sich die Konfrontation zwischen traditionellen Banken und Kryptowährungen allmählich: Die größten Finanzinstitute versuchen nicht mehr zu beweisen, dass sie die Blockchain nicht brauchen, sondern beginnen damit, Bankeinlagen und Zahlungen auf dieselbe technologische Infrastruktur zu verlagern, auf der auch Stablecoins basieren.

Eines der bezeichnendsten Ereignisse im August war die Gründung der BankChain Alliance in den USA, in der sich Bankenverbände aus 39 Bundesstaaten zusammengeschlossen haben. Das Projekt sieht vor, bis 2027 ein Blockchain-Netzwerk für Banken aufzubauen, das tokenisierte Einlagen, Stablecoins, automatisierte Abrechnungen und programmierbare Zahlungen unterstützen kann.

Tatsächlich versuchen kleine und regionale Banken in den USA, eine eigene Alternative zur Kryptowährungs-Zahlungsinfrastruktur zu schaffen, ohne diesen Markt an Circle, Coinbase und Technologieunternehmen abzugeben.

Große Banken bewegen sich in die gleiche Richtung.

Am 4. August kündigte Wells Fargo die Einführung tokenisierter Einlagen für Firmenkunden an. Bei diesen Geldern handelt es sich um Bankgeld, das in der Blockchain verbucht ist und rund um die Uhr, auch an Wochenenden, Abrechnungen ermöglicht. In der ersten Phase sind Transaktionen zwischen dem US-Dollar und dem britischen Pfund vorgesehen, und bis 2027 beabsichtigt die Bank, den geografischen Umfang und die Liste der Währungen zu erweitern.

Der grundlegende Unterschied zwischen einem tokenisierten Einlagenprodukt und USDC oder USDT liegt darin, wer der Emittent ist.

Bei einem klassischen Stablecoin besitzt der Kunde eine digitale Schuldverschreibung eines spezialisierten Emittenten. Bei einem tokenisierten Einlagenprodukt verfügt er nach wie vor über eine Bankeinlage, nur dass die Infrastruktur für deren Verwaltung nun blockchainbasiert ist.

Daher sagen die Banken der Kryptoindustrie im Grunde genommen: Wir akzeptieren die Technologie, wollen das Geld aber innerhalb des Bankensystems belassen.

Noch weiter sind die Zahlungssysteme vorangekommen.

Visa gab bekannt, dass ihr jährliches Transaktionsvolumen in Stablecoins etwa 7 Mrd. US-Dollar erreicht hat, und in der Region Mittel- und Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika hat sich das Volumen solcher Transaktionen im Laufe eines Jahres fast um das 60-Fache erhöht. Das Unternehmen entwickelt bereits über 160 Kartenprogramme im Zusammenhang mit Stablecoins.

Im Juli stellte Visa die eigenständige „Visa Stablecoin Platform“ vor, über die Banken, Fintech-Unternehmen und Zahlungsanbieter innerhalb einer einheitlichen Infrastruktur mit Stablecoins arbeiten können. Im August erweiterte das Unternehmen zudem „Visa Direct“ um die Möglichkeit, Auszahlungen und Vorfinanzierungen unter Verwendung von Stablecoins durchzuführen.

Gleichzeitig entwickelt sich die Nutzung von Stablecoins durch die Verbraucher rasant.

Nach einer Einschätzung des Zahlungsdienstleisters RedotPay, die von Reuters zitiert wird, könnten die Ausgaben mit Karten, die an Stablecoins gebunden sind, bis 2028 auf etwa 50 Mrd. US-Dollar pro Jahr ansteigen. Bereits im Juli 2026 überstieg das monatliche Volumen solcher Kartenzahlungen erstmals 1 Mrd. US-Dollar.

Der wichtigste Faktor für die Veränderungen auf dem Markt ist die Regulierung in den USA.

Am 17. August veröffentlichte das US-Finanzministerium einen neuen Entwurf für die Durchführungsbestimmungen des GENIUS Act. Ab dem 18. Januar 2027 wird die Ausgabe von Zahlungs-Stablecoins in den USA grundsätzlich nur noch lizenzierten Emittenten gestattet sein. Ab Juli 2028 gelten für US-amerikanische Dienstleister zudem Beschränkungen hinsichtlich des Angebots von Stablecoins an Nutzer, die ohne entsprechende Lizenz ausgegeben wurden.

Infolgedessen tritt der Markt in eine völlig neue Phase ein.

Noch vor einigen Jahren lautete die Frage in etwa so: Werden Kryptowährungen die Banken ersetzen?

Jetzt stellt sich die Frage anders dar: Wer wird den digitalen Dollar kontrollieren – Krypto-Unternehmen, Banken oder Zahlungssysteme?

Genau hier könnte sich einer der wichtigsten finanziellen Wettbewerbskämpfe der nächsten Jahre entfalten.

Circle und Tether haben ein Modell für Dollar-Geld geschaffen, das rund um die Uhr und praktisch sofort transferiert werden kann. Die Banken haben erkannt, dass ihre Kunden diese Funktionalität tatsächlich wünschen, jedoch nicht bereit sind, die Einlagen, auf denen das traditionelle Bankmodell basiert, an Technologieunternehmen abzugeben.

Daher entwickelt sich der Markt allmählich hin zu einer Koexistenz von drei Formen des digitalen Dollars.

Die erste Form ist das klassische Bankgeld.

Die zweite Form sind tokenisierte Bankeinlagen, die Wells Fargo und andere Banken in die Blockchain übertragen.

Die dritte Form sind Stablecoins, die außerhalb des traditionellen Einlagenkontos existieren, sich aber unter den neuen regulatorischen Bedingungen immer stärker in das Finanzsystem integrieren.

Ein Sieger steht hier bislang noch nicht fest. Doch eine Schlussfolgerung ist bereits offensichtlich: Die Blockchain-Infrastruktur selbst ist kein Experiment des Kryptowährungssektors mehr.

Wenn die größten Banken und Visa beginnen, rund um die Uhr Geld über die Blockchain zu transferieren, ist die wichtigste technologische Debatte der letzten zehn Jahre faktisch beendet.

Die Blockchain hat die Banken nicht zerstört – die Banken haben begonnen, die Blockchain zu nutzen.

Quellen: US-Finanzministerium, Wells Fargo, Visa, Reuters, Veröffentlichungen vom 4. bis 26. August 2026.

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