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Polen verschärft die Regeln für den Erwerb der Staatsbürgerschaft

Polen bereitet eine Reform des Einbürgerungsverfahrens vor, die den Weg zum polnischen Pass für Ausländer erschweren soll, wie aus einem Vorschlag des polnischen Ministeriums für Inneres und Verwaltung hervorgeht.

Nach dem Plan des Innenministeriums soll die Mindestdauer des legalen Aufenthalts in Polen für Staatsbürgerschaftsbewerber auf 8 Jahre verlängert werden. Dieses Modell sieht 3 Jahre vorübergehenden Aufenthalts und anschließend 5 Jahre dauerhaften Aufenthalts vor. Derzeit ist der Weg zur Staatsbürgerschaft für bestimmte Gruppen von Ausländern kürzer.

Die Reform sieht zudem strengere Integrationsanforderungen vor. Ausländer müssen ihre Polnischkenntnisse mindestens auf dem Niveau B2 nachweisen, eine staatliche Prüfung über ihre Kenntnisse der Geschichte, der verfassungsrechtlichen Werte und der Grundsätze des polnischen Staates ablegen sowie eine Loyalitätserklärung gegenüber der Republik Polen unterzeichnen. Der Test könnte laut Angaben polnischer Medien etwa 40 Fragen umfassen.

Das polnische Innenministerium begründet die Reform mit der Notwendigkeit, das Ansehen der polnischen Staatsbürgerschaft zu stärken und klare Kriterien einzuführen, die die Integration der Antragsteller in die polnische Gesellschaft bestätigen sollen.

Die Verschärfung der Regeln erfolgt vor dem Hintergrund eines Rekordanstiegs bei der Zahl der Einbürgerungen. Im Jahr 2025 erhielten mehr als 19.000 Ausländer die polnische Staatsbürgerschaft. Die größte Gruppe bildeten Bürger aus der Ukraine – mehr als 10.000 Personen, gefolgt von Bürgern aus Weißrussland – 6.500 und Russland – 759 Personen, berichteten polnische Medien unter Berufung auf Daten des Innenministeriums.

Im Jahr 2024 erhielten 16.300 Ausländer die polnische Staatsbürgerschaft, von denen etwa die Hälfte Ukrainer waren. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 erhielten etwa 10.000 Menschen die polnische Staatsbürgerschaft, im Jahr 2019 waren es 6.600.

Ein erheblicher Teil der Ukrainer erhält die polnische Staatsbürgerschaft über Mechanismen im Zusammenhang mit der Polenkarte und dem anschließenden dauerhaften Aufenthalt. Dies unterscheidet sie von anderen Migrantengruppen, für die der Weg zur Staatsbürgerschaft häufiger über Arbeit, langfristigen Aufenthalt oder familiäre Gründe führt.

Polen bleibt nach dem Ausbruch des umfassenden Krieges eines der wichtigsten Aufnahmeländer für Ukrainer sowie einer der größten Arbeitsmärkte für ukrainische Staatsbürger. Die Verschärfung der Einbürgerungsvorschriften bedeutet, dass der Übergang vom vorübergehenden oder dauerhaften Aufenthaltsstatus zum polnischen Pass länger und bürokratischer werden könnte.

 

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