Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat vor dem Hintergrund einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen dem CEO der Fluggesellschaft, Michael O’Leary, und dem Unternehmer Elon Musk im sozialen Netzwerk X eine Sonderaktion namens „Big Idiot Seat Sale” gestartet. Die Aktion ist marketingorientiert und gilt für das europäische Streckennetz des Beförderers, es handelt sich also nicht um einen „globalen” Ausverkauf.
Auslöser für den Streit waren O’Learys Äußerungen, dass Ryanair aufgrund der zusätzlichen Kosten und des „Treibstoffwiderstands” der Antennen kein Starlink-Satelliteninternet in seinen Flugzeugen installieren werde. Nach Angaben des Ryanair-Chefs könnten sich die Gesamtkosten für die Installation und den Betrieb auf 200 bis 250 Millionen Dollar pro Jahr belaufen. Musk bezeichnete O’Leary daraufhin als „Idioten” und startete eine Umfrage zum hypothetischen Kauf von Ryanair, worauf O’Leary öffentlich in ähnlichem Ton reagierte.
Im Rahmen der Kampagne bot Ryanair 100.000 Tickets zu einem Preis ab 16,99 Euro für einen einfachen Flug in den kommenden Monaten an und erklärte, dass es die Aufmerksamkeit rund um den Konflikt nutze, um den Verkauf zu fördern.
O’Leary betonte auch, dass ein Szenario der „Übernahme” des Luftfahrtunternehmens durch einen Nicht-EU-Bürger praktisch nicht realisierbar sei: In der Europäischen Union gelten Vorschriften, wonach die Kontrolle über in der EU registrierte Fluggesellschaften bei europäischen Eigentümern verbleiben muss (in der Praxis ist der Anteil nicht-europäischer Beteiligungen begrenzt), und Ryanair hat separate Verfahren zur Kontrolle und Beschränkung der Rechte von Nicht-EU-Aktionären.