Business news from Ukraine

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Die ukrainischen Versicherer zahlten im ersten Halbjahr 176,5 Mio. UAH für Kriegsrisiken aus

Die Versicherungsgesellschaften der Ukraine zahlten ihren Kunden im Zeitraum Januar bis Juni 2026 176,5 Mio. UAH an Entschädigungen für Kriegsrisiken aus, davon im zweiten Quartal 129,4 Mio. UAH gegenüber 47,1 Mio. UAH im ersten Quartal, wie aus dem „Überblick über den Kriegsversicherungsmarkt im ersten Halbjahr 2026“ hervorgeht, der vom Nationalen Verband der Versicherer der Ukraine (NASU) erstellt wurde.
Darin wird präzisiert, dass die auf der NASU-Website veröffentlichten Daten auf den Berichten von 17 Versicherungsgesellschaften basieren, die am Informationsaustausch PRIMA teilnehmen.
Es wird darauf hingewiesen, dass sich in diesem Zeitraum auch die Produktpalette deutlich erweitert hat. Zum ersten Mal wurden den Abschluss von Kriegsversicherungsverträgen in den Segmenten „Haftpflicht“ und „Finanzrisiken“ verzeichnet. Lebensversicherer integrieren Kriegsrisiken zunehmend in Sparprogramme; das Portfolio solcher neuen Verträge hat 5.000 Stück überschritten.
Darüber hinaus bleibt der Versicherungsschutz im Logistikbereich flexibel. So gilt die Haftung des Versicherers nicht nur während des Transports, sondern auch während der vorübergehenden Lagerung oder Umladung mit einer Dauer von bis zu 45 Tagen, was für Unternehmen mit Außenhandelsaktivitäten von entscheidender Bedeutung ist.
„Ein besonderer Erfolg war die Bereitschaft der Versicherer, mit Anlagen der erneuerbaren Energien – Solar- und Windkraftwerken sowie industriellen Energiespeichersystemen (BESS) – zusammenzuarbeiten. Dies ist ein direkter Beitrag des Versicherungsmarktes zur Stabilität des nationalen Energiesystems“, heißt es in der Mitteilung.
Es wird zudem betont, dass das staatliche Entschädigungsprogramm, bei dem Unternehmen nur 1 % der Versicherungsprämie zahlen, weiterhin der Motor für den Zugang zu Versicherungen ist. So stieg die Zahl der Unternehmensverträge mit individueller Risikobewertung von 99 am Ende des ersten Quartals auf 228 Ende Juni. Für Großunternehmen hat das Programm den Zugang zu Versicherungsschutz faktisch ermöglicht.
Den Informationen zufolge haben die PRIMA-Mitglieder in diesem Bericht erstmals die Höhe der Rückstellungen für gemeldete, aber noch nicht ausgezahlte Schäden offengelegt. Diese belaufen sich auf rund 977 Mio. UAH, wovon 898 Mio. UAH auf Sachschäden entfallen. Dies sind Mittel, die die Versicherer bereits für künftige Entschädigungen aufgrund der eingetretenen Ereignisse zurückgestellt haben.
„Ukrainische Versicherungsgesellschaften spielen in diesem System eine Schlüsselrolle. Sie führen das Underwriting für jedes Objekt durch, bewerten das Risiko vor Ort, gestalten die Deckungsstruktur, betreuen den Kunden und regeln die Schadensfälle. Die Arbeit mit großen Unternehmensobjekten macht Standardlösungen praktisch unmöglich, und die Hälfte der Verträge im Sachversicherungssegment erfordert eine gezielte Risikoanalyse und die Bewertung des jeweiligen Standorts“, heißt es in der Mitteilung.
Gleichzeitig wird angemerkt, dass das Ausmaß der Risiken internationale Unterstützung erfordert, die zunehmend gestärkt wird. Das konsolidierte Limit des Londoner Versicherungsmarktes Lloyd’s hat sich im Quartal fast verdoppelt, von etwa 350 auf 600 Mio. US-Dollar. Wesentliche Unterstützung leisten institutionelle Partner: die US-amerikanische Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft (DFC) mit einer Kapazität von über 125 Mio. US-Dollar und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) mit einem Limit von rund 110 Mio. US-Dollar. Die Erhöhung dieser Kreditlinien zeugt vom Vertrauen des globalen Marktes in die Qualität der ukrainischen Underwriting-Arbeit, so das Fazit des Überblicks.