Business news from Ukraine

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„Ukrnafta“ hat ein digitales System zur Verwaltung von Reparaturen und Anlagen in Betrieb genommen

22 April , 2026  

Die AG „Ukrnafta“ hat ein unternehmensweites System zur Verwaltung von Wartung und Reparaturen (W&R) eingeführt und dessen praktische Nutzung aufgenommen, wie aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom Dienstag hervorgeht.

„Das Ziel ist es, ein einheitliches elektronisches System zur Verwaltung der Produktionsanlagen zu schaffen: von der Erfassung der Ausrüstung bis zur Analyse der Kosten für Wartung und Reparaturen“, hieß es darin.

Das Unternehmen erklärte, dass es sich faktisch um die Schaffung eines „digitalen Zwillings“ handele, der eine genauere Planung der Arbeiten, die Vorhersage von Kosten und eine effizientere Nutzung der Ressourcen ermögliche.

Seit Februar 2026 befindet sich das System in den regionalen Niederlassungen von „Ukrnafta“ im Pilotbetrieb.

Das Projekt wird auf Basis des EAM-Ansatzes (Enterprise Asset Management) umgesetzt. Es umfasst 16 Module und 39 durchgängige Geschäftsprozesse der Ebenen 1 und 2, die die Verwaltung des gesamten Lebenszyklus der Produktionsanlagen gewährleisten.

Nach Angaben von „Ukrnafta“ ist die Erstellung einer einheitlichen Anlagenbasis einer der Schwerpunkte des Projekts. Es wurden bereits rund 47.000 Sachanlagen identifiziert, von denen 39.000 (über 80 %) in das System eingepflegt wurden. Es wurden rund 8.000 Reparaturobjekte angelegt, über 150 Anlagentypen (mehr als 4.800 Modelle) vereinheitlicht und mehr als 7.000 technische Dokumentationen hochgeladen.

Für jedes Objekt wird ein digitaler Pass mit einer vollständigen Historie von Reparaturen, Defekten, Ausfallzeiten und Standortwechseln erstellt.

Darüber hinaus wurde eine normative Basis für Wartung und Instandhaltung geschaffen: Über 10.000 technologische Karten enthalten Arbeitsaufwände pro Arbeitsschritt, Normen, eine Liste der Werkzeuge und Qualifikationsanforderungen. Alle Ressourcen sind in das ERP-System integriert, was die Automatisierung der Reservierung und Erstellung von Bestellanforderungen ermöglicht.

Ebenfalls vereinheitlicht wurde der Prozess der Antragsverwaltung (BPMN 2.0) – von der Erfassung eines Defekts bis zur Analyse der durchgeführten Arbeiten und der Übermittlung der Kosten an das ERP-System. Für die Analyse technischer Ausfälle wurden bereits rund 500 typische Defekte erfasst.

Das System ist in das ERP-System integriert, was eine transparente Finanzbuchhaltung für Reparaturen und die Kostenkontrolle in jeder Phase gewährleistet.

„Wir stellen schrittweise auf ein digitales Modell für das Management von Produktionsanlagen um. Dies ist kein einzelnes IT-Projekt, sondern eine Veränderung des Ansatzes für das Produktionsmanagement. Das System ermöglicht die Kontrolle in allen Phasen – vom Zustand der Anlagen über die Arbeitsplanung bis hin zu den Kosten und dem Ergebnis der Ausführung“, sagte der Vorstandsvorsitzende von „Ukrnafta“, Bohdan Kukura, wie die Pressestelle zitiert.

Ihm zufolge werden dadurch die Transparenz der Prozesse, die Disziplin bei der Ausführung und die Qualität der Managemententscheidungen erhöht.

Wie Oleg Deberyna, Leiter der Abteilung für die Einführung des Wartungs- und Reparatursystems, erklärte, schafft „Ukrnafta“ damit faktisch ein einheitliches digitales Asset-Management-System, das es ermöglicht, den Zustand der Anlagen in Echtzeit zu überwachen, Arbeiten zu planen sowie Ressourcen und Kosten zu kontrollieren.

„Wichtig ist, dass das System den gesamten Zyklus abdeckt – von der Erfassung eines Defekts über die Analyse der Ausfallursachen bis hin zur Entscheidungsfindung. Dies erhöht die Effizienz und Steuerbarkeit der Produktionsprozesse erheblich“, fügte er hinzu.

Wie das Unternehmen zusammenfasste, bedeutet die Einführung des TOiR-Systems einen Wandel im Ansatz der Anlagenverwaltung: einheitliche Regeln für den Umgang mit Anlagen, Standardisierung der Prozesse, Stärkung des Datenmanagements sowie Erhöhung der Zuverlässigkeit und Sicherheit der Produktion.

Der nächste Schritt ist die Ausweitung des Systems auf alle Unternehmensbereiche, einschließlich der internen Dienstleistungen. Die Einführung wird schrittweise bis Mitte 2027 erfolgen.

Die JSC „Ukrnafta“ ist das größte Ölförderunternehmen der Ukraine, das den gesamten Zyklus der Förderaktivitäten abdeckt: Exploration, Öl- und Gasförderung, Erbringung von Dienstleistungen für die Ölindustrie sowie die Verwaltung des größten Tankstellennetzes in der Ukraine, UKRNAFTA.

Das Unternehmen verfügt über mehr als 1.106 Öl- und 131 Gasbohrlöcher.

Aktionäre der AG „Ukrnafta“ sind die NAK „Naftogaz der Ukraine“ und das Verteidigungsministerium der Ukraine. Seit 2022 steht das Unternehmen unter staatlicher Verwaltung und führt eine umfassende Umstrukturierung des Geschäfts durch.

UKRNAFTA ist das größte Tankstellennetz der Ukraine mit fast 700 Tankstellen und gehört zu den Top 3 hinsichtlich des Kraftstoffabsatzes. Unter der Marke UKRNAFTA wurden Netzwerke konsolidiert, die zuvor unter den Marken Glusco, Shell und U.Go betrieben wurden.

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