Wie Serbian Economist berichtet, erklärte die serbische Ministerin für Bergbau und Energie, Dubravka Jedović-Handanović, dass die Parteien nach Treffen der operativen und juristischen Teams der serbischen Regierung und der ungarischen MOL über die Zukunft von NIS davon ausgehen, bis Ende der Woche etwa 90 % der Positionen abzustimmen. Ihren Worten zufolge sind einige Fragen bereits geklärt, während die übrigen wahrscheinlich auf eine höhere Verhandlungsebene verlagert werden.
Die Verhandlungen verlaufen in zwei parallelen Richtungen: MOL führt einen Dialog mit dem russischen Mehrheitsaktionär über den Kauf seines Anteils an NIS und erörtert separat mit der serbischen Regierung die Rechte und Pflichten der Aktionäre nach einer möglichen Änderung der Eigentümerstruktur.
Belgrad ist bestrebt, die Verhandlungen zu nutzen, um seine Position im Vergleich zur Situation nach den Vereinbarungen von 2008 zu verbessern. Zu den serbischen Prioritäten zählte die Ministerin die Erhöhung des staatlichen Anteils am Kapital von NIS um 5 %, die Beibehaltung der dominierenden Rolle des Unternehmens auf dem Binnenmarkt sowie die Verpflichtung zur Aufrechterhaltung einer bestimmten Verarbeitungskapazität in der Raffinerie in Pančevo.
Für Serbien hat diese Frage nicht nur unternehmerische, sondern auch strategische Bedeutung. Die Ministerin stellte einen direkten Zusammenhang zwischen dem stabilen Betrieb von NIS und der Raffinerie in Pančevo sowie dem BIP, der Beschäftigung und der Versorgungssicherheit her und betonte, dass es vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise besonders wichtig sei, über eine eigene Ölraffineriebasis zu verfügen, auf die sich das Land stützen könne.
Ein separater Verhandlungspunkt sind die in der Vergangenheit eingegangenen finanziellen Verpflichtungen von NIS und die Frage, wie der potenzielle neue Eigentümer deren weitere Erfüllung oder einen möglichen Ersatz durch andere Investitionen sieht.
Die Ministerin brachte die Verhandlungen über NIS auch mit einer umfassenderen serbisch-ungarischen Energiekooperation in Verbindung. Sie erklärte, dass Belgrad auf die Fortsetzung des Baus der gemeinsamen Ölpipeline Serbien–Ungarn setze, die eine wichtige alternative Lieferroute insbesondere für die Raffinerie in Pančevo darstellen solle. Darüber hinaus erinnerte Jedović-Handanović daran, dass Ungarn Gas über Serbien bezieht und ein Teil der serbischen Gasvorräte auf ungarischem Gebiet gelagert wird.
Sollte die Vereinbarung mit MOL in den nächsten Tagen tatsächlich zu 90 % unter Dach und Fach sein, erhält Belgrad klarere Rahmenbedingungen für die Wahrung seiner Interessen in der größten Ölgesellschaft des Landes.
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