Der polnische Konzern Orlen ist daran interessiert, seine Präsenz in der Ukraine auszubauen, und erwägt den Erwerb einer Beteiligung an der AG „Ukrnafta“, wie das polnische Internetportal bankier.pl am Donnerstag unter Berufung auf den Generaldirektor von Orlen, Ireneusz Fafar, berichtete.
„Wir haben Gespräche über die Möglichkeit unserer Beteiligung an „Ukrnafta“ aufgenommen. Wir sind einer der Partner in diesem Prozess. Ob diese Beteiligung zustande kommt und wie sie aussehen wird – das ist Gegenstand der Verhandlungen mit der ukrainischen Seite“, erklärte er auf einer Pressekonferenz.
Seinen Worten zufolge ist der ukrainische Markt für die Gruppe von außerordentlicher Bedeutung, insbesondere für die Ölraffinerie in Mažeikiai (Litauen), die dort fast 18 % ihrer Produktion absetzt.
„Wir glauben, dass der Krieg enden und die Ukraine den Sieg davontragen wird. Wir möchten uns aktiver an diesem Markt beteiligen als derzeit. Wir sind einer der wichtigsten Partner bei der Kraftstofflieferung in die Ukraine und möchten diese Position stärken“, betonte Fafara.
Er fügte hinzu, dass Orlen jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Erdölprodukte in der Ukraine verkauft.
Die AG „Ukrnafta“ ist das größte Ölförderunternehmen der Ukraine, das den gesamten Zyklus der Förderaktivitäten abdeckt: Exploration, Öl- und Gasförderung, Erbringung von Dienstleistungen für die Ölindustrie sowie den Betrieb des größten Tankstellennetzes in der Ukraine, UKRNAFTA.
Das Unternehmen verfügt über mehr als 1.106 Öl- und 131 Gasbohrlöcher.
Aktionäre der AG „Ukrnafta“ sind die NAK „Naftogaz Ukrainy“ und das Verteidigungsministerium der Ukraine. Seit 2022 steht das Unternehmen unter staatlicher Verwaltung und führt eine umfassende Umstrukturierung des Geschäfts durch.
Das Tankstellennetz UKRNAFTA ist das größte Tankstellennetz der Ukraine mit fast 700 Tankstellen und gehört zu den Top 3 hinsichtlich des Kraftstoffabsatzes. Unter der Marke UKRNAFTA wurden Netzwerke konsolidiert, die zuvor unter den Marken Glusco, Shell und U.Go betrieben wurden.