Das rumänische Unternehmen Nuclearelectrica plant, den durch die Abschaltung des ersten Reaktorblocks des Kernkraftwerks „Cernavodă“ verursachten Engpass durch Stromimporte aus der Ukraine auszugleichen und damit die Auswirkungen dieses Engpasses auf den rumänischen Strommarkt zu verringern, teilte das Unternehmen am Montag auf Facebook mit.
„Nuclearelectrica bezieht Strom aus der Ukraine; dieser Bezug erfolgt mit Unterstützung von Energocom, einem Stromversorger aus der Republik Moldau“, hieß es bei Nuclearelectrica.
Nach Angaben des Unternehmens hat sich die Energiesituation in Rumänien aufgrund einer schweren Dürre und sinkender Wasserstände in den Flüssen, insbesondere in der Donau, verschärft. Der erste Reaktorblock des Kernkraftwerks „Cernavodă“ wurde vor einer Woche planmäßig abgeschaltet.
Zudem teilte der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar zuvor mit, dass Ungarn aufgrund des rekordtiefen Wasserstands in der Donau gezwungen sein werde, das einzige Kernkraftwerk des Landes – „Paks“ – zum ersten Mal in der 44-jährigen Geschichte des Kraftwerks vollständig abzuschalten. Die Abschaltung könne seiner Aussage nach mehrere Wochen dauern.
Das Kernkraftwerk „Paks“ erzeugt fast die Hälfte des gesamten Stroms in Ungarn – seine Abschaltung könnte zu einem erheblichen Kapazitätsdefizit führen.
Wie berichtet, war Ungarn im Zeitraum vom 20. bis 26. Juli traditionell das wichtigste Exportziel für ukrainischen Strom, wohin 22,5 Tausend MWh (40 % der Gesamtexporte) geliefert wurden.
Nach Moldawien wurden 19,6 Tausend MWh (34,8 %) exportiert, nach Rumänien 11,1 Tausend MWh (19,7 %).
Insgesamt behielt die Ukraine vom 6. bis zum 26. Juli drei Wochen in Folge den Status eines Netto-Stromexporteurs bei; insbesondere vom 20. bis zum 26. Juli überstieg das Volumen der ukrainischen Stromlieferungen ins Ausland die Importe um 70 %.