Der rumänische Gewerbeimmobilienmarkt verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 Investitionen in Höhe von rund 300 Millionen Euro, gegenüber etwa 400 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie aus der Studie „Colliers CEE Investment Scene H1 2026“ hervorgeht.
Auf Rumänien entfielen 5,4 % des gesamten Investitionsvolumens der CEE-6, obwohl das Land etwa 18 % des Gesamt-BIP der sechs untersuchten Volkswirtschaften ausmacht. Nach Ansicht von Colliers zeugt dies von einem erheblichen Potenzial für weiteres Wachstum des rumänischen Investitionsmarktes.
Rund 60 % des Investitionsvolumens in Rumänien entfielen im ersten Halbjahr auf Büroimmobilien, was den höchsten Anteil dieses Segments seit 2022 darstellt.
Dabei könnte sich die Marktstruktur im zweiten Halbjahr aufgrund großer Transaktionen im Bereich der Einzelhandelsimmobilien und anderer Immobilienarten verändern.
Rumänien bietet weiterhin höhere Renditen als viele reifere Märkte Mitteleuropas. In Bukarest liegt die Prime-Rendite bei etwa 7,5 % für Büroimmobilien, 7,75 % für Industrie- und Logistikobjekte und 7,25 % für Einkaufszentren.
Zum Vergleich: Die Renditen hochwertiger Objekte in Warschau, Prag und anderen liquideren Hauptstädten der Region liegen auf einem niedrigeren Niveau.
Colliers weist darauf hin, dass der Rückgang des Transaktionsvolumens im ersten Halbjahr nicht zwangsläufig eine Verschlechterung der fundamentalen Marktlage bedeutet. Eine Reihe großer Transaktionen befand sich bereits nach Ende Juni in der Abschlussphase.
Insbesondere wurde der Verkauf des MAS-Einzelhandelsimmobilienportfolios an AFI Europe bereits im dritten Quartal abgeschlossen. Sollten die noch laufenden Transaktionen zum Abschluss kommen, könnte das gesamte Investitionsvolumen in Rumänien bis Ende 2026 fast 1 Milliarde Euro erreichen.
Dies wäre erst das zweite Jahr nach 2007, in dem der rumänische Markt ein solches Niveau erreicht hat, wie Robert Miklo, Leiter des Bereichs Capital Markets bei Colliers Romania, feststellt.
Colliers ist in über 70 Ländern tätig, beschäftigt rund 28.000 Fachkräfte und verwaltet ein Vermögen von etwa 110 Mrd. US-Dollar.