Tschechisches Kapital war im ersten Halbjahr 2026 eine der aktivsten Investitionsquellen auf dem Immobilienmarkt in Mittel- und Osteuropa, wie aus einer Studie von Colliers hervorgeht.
Das Gesamtinvestitionsvolumen tschechischer Investoren in der Region wird auf rund 1,9 Mrd. Euro geschätzt. Besonders auffällig war die Präsenz tschechischen Kapitals in Polen, dem größten Investitionsmarkt in Mittel- und Osteuropa.
Auf Investoren aus Tschechien entfielen von Januar bis Juni 23,6 % aller Investitionen in polnische Gewerbeimmobilien. Deutschland steuerte rund 19 % bei, polnisches Kapital 11,5 %, US-amerikanisches 10,6 % und ungarisches 6,8 %.
Die Tschechische Republik selbst blieb gleichzeitig der zweitgrößte Markt der CEE-6. Im ersten Halbjahr wurden hier Transaktionen im Wert von über 1,4 Milliarden Euro abgeschlossen. Dies liegt unter dem Rekordwert von 2,2 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum des Jahres 2025, doch nach Einschätzung von Colliers bleibt der Markt einer der stabilsten in der Region.
Die Rendite von Premium-Büroimmobilien in Prag wird auf etwa 5,25 % geschätzt, die von erstklassigen Lagerimmobilien auf etwa 5 % und die von Einkaufszentren auf etwa 6 %. Dies sind einige der niedrigsten Kapitalisierungsraten unter den größten Märkten Mitteleuropas, was die vergleichsweise hohe Bewertung tschechischer Vermögenswerte durch Investoren widerspiegelt.
Die Aktivitäten tschechischen Kapitals in den Nachbarländern sind Teil eines umfassenderen Trends. Colliers stellt fest, dass auf den Märkten Mittel- und Osteuropas (CEE) nicht nur globale Fonds aus den USA und Westeuropa an Bedeutung gewinnen, sondern auch Investoren aus Mitteleuropa selbst.
Dadurch entsteht nach und nach ein eigenes regionales Investitionskapital, das in der Lage ist, Transaktionen auch in Zeiten zu stützen, in denen große internationale Fonds der Region gegenüber zurückhaltender sind.