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In Rumänien wurde eine fast 2000 Jahre alte römische Festung für Touristen eröffnet

14 September , 2026  

In der rumänischen Stadt Turda, die in Siebenbürgen unweit von Cluj-Napoca liegt, wurde am 11. September 2026 das antike römische Castrum Potaissa – eine der bedeutendsten Militärfestungen aus der Zeit der römischen Dacia – offiziell für die breite Öffentlichkeit eröffnet. Zuvor war die Stätte nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten vorwiegend für organisierte Gruppen zugänglich.

Das Castrum wurde etwa in den Jahren 168–170 n. Chr. für die 5. Makedonische Legion errichtet, die zur Zeit von Kaiser Marcus Aurelius nach Dacia verlegt worden war. Der Militärstützpunkt erstreckte sich über eine Fläche von etwa 23,4 Hektar, hatte Abmessungen von ungefähr 573 mal 408 Metern und war für die Unterbringung mehrerer Tausend römischer Soldaten vorgesehen.

Im Jahr 2024 wurde Potaissa als Teil der Seriensite „Grenzen des Römischen Reiches – Dacia“ in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Der gesamte rumänische Komplex umfasst 277 einzelne Objekte des antiken römischen Verteidigungssystems mit einer Gesamtlänge von über 1.000 km.

Das Projekt zur Restaurierung und touristischen Erschließung des Castrums wurde seit 2016 vorbereitet, der Vertrag über die europäische Finanzierung wurde 2018 unterzeichnet, und die Hauptarbeiten wurden 2024 abgeschlossen. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Turda beliefen sich die endgültigen Kosten der durchgeführten Restaurierungsarbeiten auf 22,97 Millionen Leu ohne Mehrwertsteuer, während die Gesamtinvestition unter Berücksichtigung der übrigen Ausgaben auf etwa 30 Millionen Leu bzw. rund 6 Millionen Euro geschätzt wurde. Der größte Teil der Finanzierung stammte aus europäischen Fonds.

Für die Besucher wurden die Überreste des Kommandogebäudes der Legion „Principia“, römische Straßen, Bastionen, Tore und Thermen restauriert und konserviert. Besonders ungewöhnlich ist die Besichtigung der antiken Bäder gestaltet: Über den archäologischen Überresten wurde eine Schutzkonstruktion mit einem System aus Hängebrücken mit einer Gesamtlänge von etwa 230 Metern errichtet, die es ermöglicht, die Ruinen von oben zu betrachten, ohne sie zu beschädigen.

Dabei befindet sich ein beträchtlicher Teil von Potaissa noch immer unter der Erde. Der Archäologe Sorin Nemeti teilte dem rumänischen Sender ProTV mit, dass von den fast 24 Hektar heute tatsächlich etwa 1 Hektar freigelegt sei. Die Archäologen haben bereits eine Vorstellung vom unterirdischen Grundriss des Komplexes, doch die vollständige Erforschung einer solchen Stätte könnte noch viele Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Im Zuge der Ausgrabungen wurden Tausende von Gegenständen entdeckt, die mit dem Alltag der römischen Soldaten in Verbindung stehen.

Für ukrainische Touristen liegt Potaissa relativ nahe. Von der rumänischen Seite des Grenzübergangs Porubnoje – Siret bis nach Turda sind es etwa 338 km auf der Straße. Von Lemberg beträgt die Entfernung etwa 480 km, von Kiew aus etwa 830 km auf den jeweiligen Straßenrouten. Die Fahrzeit hängt maßgeblich von den Wartezeiten an der Grenze ab.

Am praktischsten ist es, von der Ukraine aus mit dem Auto über Tscherniwzi und den Grenzübergang Porubne–Siret zu fahren, weiter über Suceava in Richtung Siebenbürgen und Turda. Ohne Auto ist die Anreise mit dem Bus über Suceava und Cluj-Napoca möglich. Der nächstgelegene große internationale Flughafen befindet sich in Cluj-Napoca, etwa 39 km von Turda entfernt; vom Flughafen fahren Busse in die Stadt, die Fahrt dauert etwa 20–40 Minuten. Da der ukrainische Luftraum derzeit für den zivilen Flugverkehr gesperrt ist, kommt diese Option vor allem für Reisende in Frage, die aus anderen europäischen Ländern nach Rumänien fliegen.

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