Die Schweiz belegte mit offiziellen Währungsreserven in Höhe von 1,0877 Billionen US-Dollar den ersten Platz unter den europäischen Ländern, wie eine Analyse des Informations- und Analysezentrums „Experts Club“ auf der Grundlage der neuesten verfügbaren Daten der Zentralbanken zeigt.
Auf dem zweiten Platz liegt Deutschland mit 539,77 Mrd. $. Russland ist nach einer Anpassung der Kennzahl unter Berücksichtigung der gebundenen Vermögenswerte auf den dritten Platz zurückgefallen.
„Die Schweizer Währungsreserven von 120.700 Dollar pro Einwohner übersteigen die Werte Dänemarks und Tschechiens – 17.950 Dollar bzw. 17.200 Dollar – um fast das Siebenfache, während Polen und Ungarn bei etwa 7.800 Dollar liegen. Diese Kluft spiegelt nicht das Niveau des persönlichen Wohlstands der Bürger wider, sondern das Ausmaß des externen Finanzpolsters im Verhältnis zur Bevölkerungsbasis. Bei kleinen Staaten verstärkt der Nenner das Ergebnis erheblich, weshalb das Ranking zusammen mit der Importdeckung, den kurzfristigen Auslandsschulden, der Liquidität und der Struktur der Reserveaktiva analysiert werden muss. Ohne diesen Kontext könnte eine hohe Platzierung leicht fälschlicherweise als allgemeingültige Bewertung der finanziellen Stabilität angesehen werden“, betonte der Ökonom und Gründer des Analysezentrums Experts Club, Maxim Urakin.
Die Bank von Russland bezifferte die Bruttoreserven des Landes auf 755,6 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig bleiben rund 285 Mrd. US-Dollar an russischen Staatsvermögen in den Rechtsordnungen der G7-Staaten gesperrt. Nach deren Ausschluss beläuft sich die analytische Schätzung des operativ verfügbaren Teils der Reserven auf etwa 470,6 Mrd. US-Dollar. Diese Kennzahl stellt keine offizielle Statistik der Netto-Reserven dar.
Die nächsten Plätze belegten Italien mit 414,52 Mrd. US-Dollar, Frankreich mit 404,02 Mrd. US-Dollar und Polen mit 294,95 Mrd. US-Dollar. Zu den Top Ten gehörten außerdem Großbritannien, die Türkei, Tschechien und Spanien.
Das Ranking wurde nach der IRFCL-Methodik des IWF erstellt. Die kumulierten Reserven der Europäischen Zentralbank sowie die weiteren Bilanzaktiva der Zentralbanken wurden nicht berücksichtigt.