Ausländische Investoren haben im ersten Halbjahr 2026 rund 1,02 Mrd. Euro in griechische Immobilien investiert, was laut Angaben der Bank von Griechenland einem Anstieg von 6,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Dabei vollzieht sich der Anstieg der ausländischen Investitionen vor dem Hintergrund eines drastischen Rückgangs der Zahl neuer Anträge im Rahmen des „Golden Visa“-Programms. Dies deutet darauf hin, dass das Interesse ausländischer Käufer an griechischen Immobilien zunehmend weniger von der Möglichkeit abhängt, eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.
Im zweiten Quartal 2026 belief sich das ausländische Kapital, das in den Erwerb von Immobilien in Griechenland floss, auf rund 515,8 Mio. Euro. Das sind 11,2 % weniger als im zweiten Quartal 2025, doch dank des starken ersten Quartals lag das Ergebnis für das gesamte Halbjahr über dem des Vorjahres.
Die primäre Quelle der Statistik ist die Bank von Griechenland, die separat Quartals- und Jahresdaten zu Direktinvestitionen von Nichtansässigen in griechische Immobilien veröffentlicht. In der Statistik werden Immobilienkäufe durch ausländische Investoren im Rahmen ausländischer Direktinvestitionen berücksichtigt. Die Bank von Griechenland
Gleichzeitig verzeichnet das griechische Ministerium für Migration und Asyl einen Rückgang der Aktivitäten im Rahmen des „Golden Visa“-Programms. Im Zeitraum Januar bis Juni 2026 wurden 2.551 neue Anträge gestellt, während es im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch 4.553 waren. Damit ist die Zahl um etwa 44 % zurückgegangen. Ekathimerini
Der Rückgang der Anträge hängt insbesondere mit der Verschärfung der Programmbedingungen zusammen. In den beliebtesten Regionen, insbesondere in Attika, Thessaloniki, Mykonos und Santorin, wurde die Mindestschwelle für den Erwerb einer Standardimmobilie zum Erhalt des Golden Visa auf 800.000 Euro angehoben. In den meisten anderen Regionen beträgt sie 400.000 Euro. Eine gesonderte Schwelle von 250.000 Euro wurde für bestimmte Objekte beibehalten, die vom gewerblichen in den Wohnbereich übergehen oder saniert werden sollen.
Die Statistiken zeigen jedoch, dass weiterhin ausländisches Kapital in den Markt fließt, auch ohne direkten Zusammenhang mit dem Einwanderungsprogramm.
Im gesamten Jahr 2025 investierten ausländische Investoren rund 2,05 Mrd. Euro in griechische Immobilien. Dies lag zwar unter dem Rekordwert von 2,75 Mrd. Euro im Jahr 2024, war aber dennoch einer der höchsten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen. In den Jahren 2019–2025 belief sich der Gesamtzufluss an ausländischem Kapital in den griechischen Immobilienmarkt auf rund 12,4 Mrd. Euro. Ekathimerini
Zum Vergleich: Die Bank von Griechenland berichtete, dass allein im Jahr 2024 die Nettozuflüsse aus Immobilienkäufen durch Nichtansässige 2,75 Mrd. Euro erreichten, gegenüber 2,13 Mrd. Euro im Vorjahr, was einem Anstieg von 28,9 % entspricht. Bank von Griechenland
Die veränderte Nachfragestruktur bedeutet, dass ausländische Käufer griechische Immobilien zunehmend nicht nur als Mittel zum Erhalt einer Aufenthaltsgenehmigung, sondern auch als eigenständigen Anlagewert betrachten. Die Nachfrage wird durch den Tourismusmarkt, Langzeitvermietungen, den Anstieg der Immobilienpreise in den attraktivsten Regionen sowie das Interesse internationaler Investoren an Hotel- und Gewerbeimmobilien beeinflusst.
Besonders aktiv ist ausländisches Kapital weiterhin in Athen und Attika, Thessaloniki, auf Kreta, Rhodos und anderen touristischen Inseln.
Gleichzeitig diskutieren die griechischen Behörden vor dem Hintergrund des Mangels an erschwinglichem Wohnraum weiterhin über weitere Änderungen am „Golden Visa“-Programm. Die steigende Auslandsnachfrage und die Zunahme von Kurzzeitvermietungen sind zu einem der Argumente für die Anhebung der Investitionsschwellen und die Einführung zusätzlicher Beschränkungen bei der Nutzung der erworbenen Immobilien geworden.
So deuten vorläufige Daten für das Jahr 2026 auf deutliche Veränderungen auf dem griechischen Markt hin: Die Zahl der Investoren, die direkt auf den Erhalt eines Golden Visa abzielen, geht zurück, doch das Gesamtvolumen des ausländischen Kapitals im Immobiliensektor wächst vorerst weiter.
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