Wie der Serbische Ökonom berichtet, konzentriert sich weiterhin ein erheblicher Teil der Bau- und Investitionstätigkeit Serbiens auf Belgrad, während die Entwicklung des Immobilienmarktes in anderen Regionen des Landes deutlich ungleichmäßiger verläuft.
Die Region Belgrad war im zweiten Quartal 2026 die einzige Region Serbiens, in der die Bautätigkeit real zunahm, wobei das Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gleich 51 % betrug.
Dies geht aus den am 10. August veröffentlichten Daten des Republikanischen Statistikamtes Serbiens (RZS) hervor.
In allen anderen Regionen des Landes ging die Bautätigkeit im zweiten Quartal zurück. In der Vojvodina sank der Wert der ausgeführten Bauleistungen zu konstanten Preisen um 2 %, in der Šumadija und in Westserbien um 27,5 % sowie in Süd- und Ostserbien um 32,3 %.
Somit belegen die aktuellen Quartalszahlen eine deutliche Vergrößerung der Kluft zwischen der Hauptstadt und dem Rest Serbiens hinsichtlich des Bauvolumens.
In ganz Serbien stieg der Wert der Bauleistungen im zweiten Quartal zu laufenden Preisen im Vergleich zum Zeitraum April bis Juni 2025 um 20,6 %.
Besonders schnell wuchs der Hochbau. Zu konstanten Preisen stieg das Bauvolumen in diesem Segment im Jahresvergleich um 32,4 %, während es bei anderen Bauvorhaben, einschließlich der Infrastruktur, um 7,1 % zurückging.
Die Gründerin der Belgrader Immobilienagentur VIDOVSTAN, Vera Jegorowa-Tolsta, ist der Ansicht, dass die Kapitalkonzentration in der Hauptstadt von dauerhafter Natur ist und nicht nur mit der lokalen Nachfrage, sondern auch mit der Investitionsattraktivität Belgrads zusammenhängt.
„Belgrad bleibt ein eigenständiger Markt innerhalb Serbiens. Hier konzentrieren sich Arbeitsplätze, ausländische Unternehmen, große Infrastrukturprojekte und ein erheblicher Teil der Investitionsnachfrage. Daher finden neue Projekte in den prestigeträchtigen Stadtteilen der Hauptstadt in der Regel schneller einen Käufer als vergleichbare Objekte in kleineren Städten. Dabei wird in Belgrad selbst der Unterschied zwischen den Stadtteilen und der Qualität der Projekte immer deutlicher“, sagt Jegorowa-Tolstaja.
In der Praxis bedeutet dies, dass die serbienweiten Statistiken die Situation für einen Käufer einer Wohnung in der Hauptstadt nicht immer vollständig widerspiegeln. Der Anstieg des Angebots im Land könnte mit anhaltend hohen Preisen in den beliebtesten Stadtteilen Belgrads einhergehen.
Jegorowa-Tolstaja hatte zuvor ebenfalls angemerkt, dass der serbische Markt stabil bleibt, die Nachfrage jedoch selektiver wird und die Qualität sowie die Lage der Immobilien zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Eine endgültige Einschätzung, inwieweit sich die Bautätigkeit im zweiten Quartal auf die Wohnungspreise in Belgrad ausgewirkt hat, wird erst nach Veröffentlichung des aktuellen Quartalsberichts des Immobilienpreisregisters RGZ möglich sein.
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