Wie Fixygen berichtet, beginnen sich die Strategien der größten börsennotierten Unternehmen, die Kryptowährungsreserven aufgebaut haben, im September deutlich voneinander zu unterscheiden.
Strategy, der größte institutionelle Bitcoin-Besitzer, hat bereits die zweite Woche in Folge keine BTC gekauft. Stattdessen hat das Unternehmen rund 139,3 Mio. US-Dollar für den Rückkauf eigener STRC-Vorzugsaktien verwendet.
Zum 13. September besaß Strategy etwa 845.050 BTC, die für insgesamt 63,73 Mrd. US-Dollar erworben wurden. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei etwa 75.400 US-Dollar pro Bitcoin.
Das bedeutet, dass das Unternehmen einen Teil seiner freien Liquidität vorübergehend vom Aufbau seines Bitcoin-Bestands auf die Steuerung der eigenen Kapitalstruktur umgeleitet hat.
Für Strategy ist der Rückkauf von STRC wirtschaftlich sinnvoll, da er es ermöglicht, zukünftige Dividendenverpflichtungen zu reduzieren, wenn die Wertpapiere unter dem Nennwert von 100 $ gehandelt werden. Das Unternehmen hatte bereits im Sommer angekündigt, STRC regelmäßig mit einem erheblichen Abschlag zurückzukaufen.
Eine völlig entgegengesetzte Strategie verfolgt BitMine Immersion Technologies.
Am 14. September gab das Unternehmen bekannt, dass es seine Reserven auf 5,96 Mio. ETH aufgestockt hat, was etwa 4,9 % des gesamten Ethereum-Angebots von 122 Mio. Token entspricht.
Innerhalb einer Woche erwarb BitMine weitere rund 27.000 ETH und näherte sich damit seinem eigenen Ziel, 5 % des Ethereum-Angebots zu besitzen.
Den Gesamtwert der Krypto-Vermögenswerte und Barmittel schätzt das Unternehmen auf etwa 15,8 Mrd. US-Dollar.
Der Unterschied zwischen den beiden Modellen wird immer deutlicher. Strategy baut faktisch ein Finanzunternehmen rund um Bitcoin auf und verwaltet ein komplexes System aus Stammaktien, Vorzugsaktien und Fremdkapital.
BitMine hingegen versucht, so schnell wie möglich Ethereum anzuhäufen und nutzt gleichzeitig die Möglichkeit, Erträge aus dem Staking zu erzielen.
Diese Divergenz deutet auf die nächste Entwicklungsstufe von Unternehmen hin, die digitale Vermögenswerte verwalten: Der Markt bewertet mittlerweile nicht mehr nur die Anzahl der angesammelten Coins, sondern auch die Art ihrer Finanzierung, die Kapitalkosten, die Rentabilität der Vermögenswerte und das Risiko einer Verwässerung der Anteilseigner.