Wie der Serbische Ökonom berichtet, könnte der mögliche Beitritt Montenegros zur Europäischen Union bis 2028 zu einem neuen Faktor für den Anstieg der Immobilienpreise im Land werden, insbesondere im Premium-Segment an der Küste.
Nach Einschätzung von Marktexperten bleiben Investoren noch etwa zwei Jahre Zeit, um in montenegrinische Immobilien zu investieren, bevor der EU-Status des Landes endgültig zu höheren Preisen führen wird. In den 20 Jahren seit der Unabhängigkeit Montenegros sind die durchschnittlichen Preise für Immobilien an der Küste von etwa 1.000 Euro pro Quadratmeter auf 8.000 bis 15.000 Euro pro Quadratmeter in Premium-Markenresidenzen gestiegen.
Ana Zloković, Vertriebsleiterin des Komplexes Luštica Bay, ist der Ansicht, dass ein möglicher EU-Beitritt – ausgehend von den Erfahrungen anderer Länder der Region – dem montenegrinischen Immobilienmarkt ein weiteres Wachstum von etwa 30 % bescheren könnte. Ihrer Aussage nach wirkt bereits die Erwartung der Mitgliedschaft als Faktor für eine steigende Nachfrage.
Eine vorsichtigere Einschätzung gibt Kieran Kelleher, Geschäftsführer von Savills Croatia & Montenegro. Er rechnet mit einem Preisanstieg von 30–40 % bei einzelnen Objekten, warnt jedoch davor, dass die Zeit, in der sich Investitionen in montenegrinische Immobilien leicht verdoppeln ließen, bereits vorbei ist. Seiner Einschätzung nach hat der Markt einen Teil des zukünftigen Potenzials bereits in die Preise eingepreist.
Als Hauptfaktor für weiteres Wachstum nennen Experten nicht nur die EU-Integration selbst, sondern auch die Modernisierung der Infrastruktur. Montenegro wird derzeit durch schlechte Straßen, veraltete Flughäfen und überlastete Grenzübergänge gebremst, und die Lösung dieser Probleme könnte mindestens fünf Jahre dauern. Eine Verbesserung der Verkehrsanbindung dürfte den Touristenstrom und die Wertsteigerung von Ferienimmobilien ankurbeln.
Als vielversprechendste Region bezeichnen Analysten das „goldene Dreieck“ Kotor – Tivat – Herceg Novi. In der Bucht von Boka Kotorska liegen die Preise im Premiumsegment zwischen 4.000 und 15.000 Euro pro Quadratmeter. Besonderes Interesse wecken die Steinhäuser in der Altstadt von Kotor, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört: Solche Objekte sind rar, eignen sich zur Vermietung und sind nach Einschätzung der Experten besser vor Wertverlusten geschützt.
An der Budva-Riviera wird die Preisspanne auf 3.000 bis 12.000 Euro pro Quadratmeter geschätzt, doch Experten warnen vor den Risiken einer Marktsättigung und einer übermäßigen Bebauung von Budva. Bar und Ulcinj bleiben mit Preisen von etwa 2–5 Tausend Euro pro Quadratmeter günstigere Standorte und bieten dank der niedrigen Ausgangsbasis potenziell höhere prozentuale Wachstumsraten.
Der Faktor der EU-Integration hat für Montenegro tatsächlich an Bedeutung gewonnen. Nach Angaben des Rates der EU hat das Land 2008 einen Beitrittsantrag gestellt, 2010 den Kandidatenstatus erhalten und 2012 haben die Beitrittsverhandlungen begonnen. Alle 33 Verhandlungskapitel sind bereits eröffnet, von denen 16 bis Mitte Juni 2026 vorläufig abgeschlossen waren.
Zudem soll am 14. Juli in Brüssel die 28. Regierungskonferenz zum Beitritt Montenegros stattfinden, auf der geplant ist, die Verhandlungen zu den Kapiteln 8 – Wettbewerb und 29 – Zollunion vorläufig abzuschließen. Dies bestätigt, dass Montenegro unter den Ländern des Westbalkans nach wie vor der am weitesten fortgeschrittene Beitrittskandidat für die EU ist.
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