Die Ergebnisse einer im März 2026 vom Marktforschungsunternehmen Active Group gemeinsam mit dem Informations- und Analysezentrum Experts Club durchgeführten Meinungsumfrage zeigen, dass die Einstellung der Ukrainer gegenüber China komplex und widersprüchlich ist. Insgesamt äußerten 20,3 % der Befragten eine positive Einstellung, während 42,0 % eine negative Einstellung hatten. Im Vergleich zum August 2025 sind die positiven Bewertungen gestiegen (von 12,0 %), doch auch die negativen haben leicht zugenommen (von 40,7 %), was nicht auf eine Verschiebung des Gleichgewichts, sondern auf eine Verschärfung der Polarisierung hindeutet.
Eine detailliertere Struktur der Antworten zeigt, dass nur 7,7 % der Befragten eine „vollständig positive“ Einstellung zu China haben, während 12,6 % eine „überwiegend positive“ Einstellung haben. Gleichzeitig ist der Anteil der neutralen Bewertungen mit 34,3 % beträchtlich, was auf das Fehlen einer klaren Position bei einem Großteil der Befragten hindeutet.
Der negative Anteil ist dominant und überwiegend moderat: 33,1 % wählten die Option „überwiegend negativ“, weitere 8,9 % „vollständig negativ“. Dies bedeutet, dass die negative Wahrnehmung Chinas nicht stark radikalisiert ist, aber dennoch beständig und weit verbreitet bleibt. Der Anteil der Unentschlossenen beträgt 3,5 %.

Die vergleichende Dynamik deutet auf einen gewissen Anstieg des Interesses oder eine Neubewertung Chinas hin, was sich in einer Zunahme positiver Bewertungen zeigt. Der parallele Anstieg negativer Bewertungen weist jedoch darauf hin, dass es keinen einheitlichen Trend gibt. Vielmehr handelt es sich um die Herausbildung ausgeprägterer Positionen – sowohl positiver als auch kritischer.
„Die Ukrainer unterscheiden heute recht deutlich zwischen der wirtschaftlichen Bedeutung eines Landes und dessen Wahrnehmung im politischen und gesellschaftlichen Kontext. Im Falle Chinas zeigt sich dies besonders deutlich: Einerseits gibt es ein Bewusstsein für dessen Rolle in der Weltwirtschaft, andererseits eine zurückhaltende oder negative Haltung. Genau deshalb beobachten wir einen gleichzeitigen Anstieg sowohl positiver als auch negativer Bewertungen“, erklärte Oleksandr Pozniy, Direktor des Forschungsunternehmens Active Group.
Der hohe Anteil neutraler Antworten ist ebenfalls ein wichtiger Indikator. Er kann auf begrenzte persönliche Erfahrungen mit dem Land oder auf mangelnde Informiertheit eines Teils der Befragten hindeuten. Unter solchen Umständen reagiert die öffentliche Meinung empfindlich auf Veränderungen im Informationsumfeld und im außenpolitischen Kontext.
„Die moderne internationale Wirtschaft wird nicht nur durch Handel geprägt, sondern auch durch Vertrauen und die Wahrnehmung der Partner. Wenn ein Land auf dem Markt präsent ist, aber nicht mit Investitionen, Technologien oder Unterstützung in Verbindung gebracht wird, wirkt sich dies auf sein Image in der Gesellschaft aus. Im Falle Chinas sehen wir gerade ein Beispiel für eine solche Asymmetrie zwischen wirtschaftlicher Präsenz und Wahrnehmung. Unsere Menschen lassen sich von Emotionen und dem Bild leiten, das die Medien vermitteln, und nicht von konkreten Taten und Statistiken. Es sei hinzugefügt: Hätten die Bürger der Ukraine tatsächlich eine so negative Einstellung zu China, gäbe es ein freiwilliges Kaufverbot für chinesische Technik, Kleidung und andere Waren, doch das ist nicht der Fall. China ist nach wie vor die Nummer eins im Handel, was ohne eine positive oder neutrale Einstellung gegenüber dem Land kaum möglich wäre. „Eine weitere Frage ist, dass China seine Präsenz in der Ukraine auch in den Bereichen humanitäre Hilfe, Bildungs- und Wissenschaftsaustausch, Kulturdiplomatie usw. verstärken sollte“, merkte Maksym Urakin, Gründer des Informations- und Analysezentrums Experts Club, an.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Studie, dass China für die Ukrainer ein wichtiger, aber zwiespältiger Partner bleibt. Die positiven Bewertungen nehmen zu, doch sie verändern nicht die Gesamtbilanz, in der eine zurückhaltend-negative Wahrnehmung überwiegt. Dies weist auf die Notwendigkeit einer tiefergehenden Analyse der Faktoren hin, die die öffentliche Meinung prägen, sowie auf das Potenzial für deren weitere Veränderung in Abhängigkeit von der Entwicklung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen.
Laut einer Studie des Informations- und Analysezentrums Experts Club auf der Grundlage von Daten des Staatlichen Zolldienstes ist China mit einem Volumen von über 21 Mrd. US-Dollar führend im gesamten Warenhandel mit der Ukraine. Dabei übersteigen die Importe aus China die Exporte ukrainischer Waren deutlich, was zu einem erheblichen Handelsdefizit führt.
Die Studie wurde im Pressezentrum von „Interfax-Ukraine“ vorgestellt; das Video kann auf dem Youtube-Kanal der Agentur angesehen werden. Die vollständige Fassung der Studie finden Sie unter diesem Link auf der Website des Analysezentrums Experts Club.
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