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In Kiew fand das Internationale Wirtschaftsforum für Frauen 2026 statt

5 Mai , 2026  

Am 30. April 2026 fand in Kiew das Internationale Frauenwirtschaftsforum 2026 statt – eine groß angelegte Veranstaltung, die Unternehmerinnen, Führungskräfte aus der Wirtschaft, Vertreterinnen internationaler Organisationen, Wirtschaftsverbände, Finanzinstitute, des öffentlichen Sektors und der Fachwelt zusammenbrachte.

Das Forum bot eine Plattform für einen substanziellen Austausch über die Rolle von Frauen in der ukrainischen Wirtschaft, die Entwicklung des weiblichen Unternehmertums, die Internationalisierung der Wirtschaft, den Eintritt ukrainischer Unternehmen in die Märkte der Europäischen Union, die Exportbereitschaft, den Zugang zu Finanzmitteln sowie neue Möglichkeiten zur Skalierung von frauengeführten KMU.

Die Veranstaltung wurde von der Industrie- und Handelskammer der Ukraine in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation „Internationales Frauenwirtschaftsforum“ und der UKRSIBBANK BNP Paribas Group organisiert und vom Programm für internationale Zusammenarbeit STEP IN 2 EU unterstützt, das von den Regierungen Deutschlands und Norwegens sowie der Europäischen Union im Rahmen der Initiative EU4Business und wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt.

Das Forum wurde von Gennadij Tschischikow, dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer der Ukraine, eröffnet, der betonte, dass das weibliche Unternehmertum heute nicht nur ein gesellschaftlich wichtiges Thema, sondern auch eine bedeutende wirtschaftliche Ressource für den Wiederaufbau, die Entwicklung des Exports und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Ukraine sei.

„Unter den ukrainischen Exporteuren gibt es nach wie vor doppelt so wenige Frauen wie Männer. Nicht, weil sie es nicht können. Sondern weil die Bedingungen lange Zeit nicht förderlich waren. Ich freue mich zu sehen, wie die Gemeinschaft der Unternehmerinnen wächst. Wie sich immer mehr Unternehmen und Institutionen daran beteiligen, Möglichkeiten für die Entwicklung weiblicher Führungskräfte zu schaffen“, erklärte Gennadij Tschischikow.

Auch Olena Kondratiuk, Vizepräsidentin der Werchowna Rada der Ukraine, Tetiana Anischuk, stellvertretende Leiterin des Programms STEP IN 2 EU bei GIZ Ukraine, und Nataliia Kolomatska, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Chief Operating Officer der UKRSIBBANK BNP Paribas Group, richteten Grußworte an die Teilnehmerinnen und Gäste des Forums.

In ihrer Rede hob Olena Kondratjuk hervor, dass ukrainische Frauen bereits eine treibende Kraft für die wirtschaftliche Stabilität des Landes seien. Sie betonte, dass Frauen nicht nur neue Unternehmen gründen, sondern auch Verantwortung für Arbeitsplätze, Gemeinden, Familien, Exportmöglichkeiten und die Zukunft der ukrainischen Wirtschaft übernehmen.

„Die Stärke der ukrainischen Frau ist keine Abstraktion. Es ist die Fähigkeit, sich schnell an neue Bedingungen anzupassen und die Wirtschaft am Laufen zu halten“, betonte Olena Kondratyuk.

Im Rahmen des Forums wurde zudem hervorgehoben, dass das weibliche Unternehmertum in der Ukraine selbst unter Kriegsbedingungen ein Wachstum verzeichnet. Frauen gründen immer aktiver neue Unternehmen, erschließen internationale Märkte, engagieren sich im Export, entwickeln Produktionsbetriebe, Sozialunternehmen, Dienstleistungsunternehmen, Kreativbranchen sowie technologische Lösungen und Produkte mit hoher Wertschöpfung.

Das Programm des Forums war um mehrere zentrale Themenblöcke herum aufgebaut. Die erste Podiumsdiskussion widmete sich der Rolle von Frauenunternehmensverbänden, Vereinigungen, Kammern, Clubs und internationalen Netzwerken bei der Unterstützung von Unternehmerinnen. Die Teilnehmerinnen betonten, dass für die Entwicklung von Frauenunternehmen nicht nur einzelne Förder- oder Ausbildungsprogramme erforderlich sind, sondern eine dauerhafte Unterstützungsinfrastruktur: Zugang zu Wissen, Mentoring, Partnerschaften, Märkten, Finanzinstrumenten und internationalen Kontakten.

Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, wie sich ukrainische Frauenunternehmensorganisationen gegenseitig stärken, eine gemeinsame Agenda entwickeln, mit internationalen Partnern zusammenarbeiten und zur Stimme von Unternehmerinnen im Dialog mit dem Staat, Gebern, Finanzinstituten und europäischen Unternehmensnetzwerken werden können.

Die zweite Podiumsdiskussion konzentrierte sich auf Programme zur Förderung des weiblichen Unternehmertums, die von internationalen Organisationen, Geberprogrammen und Entwicklungspartnern umgesetzt werden. Dabei ging es um Möglichkeiten für ukrainische Unternehmen in den Bereichen Schulung, Beratung, Fördermittel, Exportvorbereitung, Zugang zu EU-Märkten, Digitalisierung, nachhaltige Entwicklung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen.

Vertreter der internationalen Partner betonten, dass die Unterstützung von Unternehmerinnen praxisorientiert, langfristig angelegt und an den tatsächlichen Geschäftsbedürfnissen ausgerichtet sein müsse. Im Mittelpunkt der Diskussion standen nicht nur allgemeine Fragen der weiblichen Führungskräfte, sondern auch konkrete Instrumente: Wie bereitet man ein Unternehmen auf den Export vor, wie bewertet man die Bereitschaft für den internationalen Markt, wie passt man ein Produkt an die Anforderungen der EU an, wie geht man mit regulatorischen Hindernissen, Zertifizierung, Logistik, Finanzierung und Partnerkanälen um?

Die dritte Podiumsdiskussion widmete sich den praktischen Erfahrungen von Unternehmerinnen: Export, Skalierung und Markteintritt in der Europäischen Union. Die Teilnehmerinnen berichteten von ihren eigenen Wachstumsgeschichten, Fehlern, Herausforderungen und Lösungen, die ihnen geholfen haben, über den ukrainischen Markt hinauszuwachsen. Zu den Schlüsselthemen gehörten die Anpassung des Geschäftsmodells, der Aufbau von Vertrauen zu ausländischen Partnern, die Teilnahme an internationalen Messen, die Markenentwicklung, die Zusammenarbeit mit Distributoren, die Suche nach Finanzmitteln und die Etablierung des Rufs ukrainischer Produkte im Ausland.

Die Teilnehmerinnen der Podiumsdiskussion betonten, dass ukrainische Unternehmen heute nicht nur Waren oder Dienstleistungen exportieren, sondern auch eine neue Qualität unternehmerischen Denkens: Flexibilität, schnelle Entscheidungsfindung, die Fähigkeit, unter unsicheren Bedingungen zu arbeiten, Verantwortungsbewusstsein und eine hohe innere Motivation. Genau diese Eigenschaften machen ukrainische Unternehmen auf internationalen Märkten wettbewerbsfähig.

Ein besonderer Schwerpunkt des Forums lag auf der praktischen Fortsetzung der Veranstaltung. Das Internationale Frauenwirtschaftsforum 2026 ist nicht als einmaliges Ereignis gedacht. Sein Ziel ist es, eine Plattform für die systematische Unterstützung von Unternehmerinnen zu werden, die ihr Geschäft ausbauen, in ausländische Märkte vordringen und ihre Exportfähigkeit stärken wollen.

Im Rahmen der weiteren Arbeit nach dem Forum werden 15 Unternehmerinnen ausgewählt, die individuelle Beratung zu Fragen der Internationalisierung ihres Unternehmens, der Exportbereitschaft, des Markteintritts in die EU, der Einhaltung regulatorischer Anforderungen, der Entwicklung einer internationalen Strategie und praktischer Schritte zur Skalierung erhalten. Dieses Format ermöglicht es, die Diskussionen des Forums in konkrete Roadmaps für die Entwicklung ukrainischer, von Frauen geführter KMU umzusetzen.

Insgesamt brachte das Forum die unternehmerische, fachliche, internationale und institutionelle Gemeinschaft um eine gemeinsame Aufgabe zusammen: Frauen in der ukrainischen Wirtschaft sichtbarer, stärker, im internationalen Handel vertreten und besser in europäische und globale Wertschöpfungsketten integriert zu machen.

Das Internationale Frauenwirtschaftsforum 2026 hat gezeigt: Ukrainische Frauen sind bereits heute eine der treibenden Kräfte für die wirtschaftliche Stabilität des Landes. Sie gründen Unternehmen, erschließen neue Märkte, vertreten die Ukraine im Ausland, unterstützen Teams, investieren in die Entwicklung von Gemeinschaften und prägen eine neue Unternehmenskultur – mutig, verantwortungsbewusst und weltoffen.

Und genau deshalb war die Kernbotschaft des Forums besonders deutlich: Mutigen steht der Weg offen.

Interfax-Ukraine – Informationspartner.

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