Die Zahl der Einwohner Großbritanniens mit einem Privatvermögen von mindestens 1 Mio. GBP ist im Jahr 2025 um 7 % auf 442.000 Personen zurückgegangen, wie Berechnungen des Adam-Smith-Instituts zeigen. Dies ist der niedrigste Stand seit der globalen Finanzkrise von 2008. Im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2021, als es im Land etwa 1,07 Millionen Pfund-Millionäre gab, ist ihre Zahl um etwa 59 % zurückgegangen.
In der Studie gilt als Millionär jeder volljährige Einwohner Großbritanniens, dessen Nettovermögen mindestens 1 Mio. GBP zu konstanten Preisen des Jahres 2025 beträgt. In die Berechnung fließen Immobilien, Altersvorsorgeguthaben, Barmittel und Kapitalanlagen abzüglich Schulden ein.
Das Institut führt den Rückgang vor allem auf den Wertverlust der Vermögenswerte zurück. Der Anstieg der Zinssätze nach der Pandemie übte Druck auf den Wert von Altersvorsorgeguthaben und teuren Immobilien aus, insbesondere in London. Ein weiterer Faktor war die geringe Sparquote der britischen Haushalte, die den Aufbau von Privatvermögen einschränkt.
Als weiteren Grund nennen die Autoren der Studie die Abwanderung vermögender Einwohner und die sinkende Attraktivität Großbritanniens für ausländische Unternehmer und Investoren. Das Institut verweist auf die hohe Steuerbelastung, die Abschaffung der bisherigen „Non-Dom“-Steuerregelung sowie die Diskussion über neue Steuern auf Vermögen und Kapitalerträge.
Seit dem 6. April 2025 hat Großbritannien das „Non-Dom“-Steuersystem durch eine neue, auf der steuerlichen Ansässigkeit basierende Regelung ersetzt. Neue Einwohner, die in den vorangegangenen zehn Jahren nicht im Land gelebt haben, können in den ersten vier Jahren von der britischen Steuer auf ausländische Einkünfte und Kapitalerträge befreit werden. Nach Ablauf dieses Zeitraums gelten für sie die allgemeinen Vorschriften.
Das Adam-Smith-Institut betont zudem, dass es sich bei seinen Daten um Schätzungen handelt. In Großbritannien gibt es kein aktuelles staatliches Verzeichnis des Privatvermögens, weshalb der Indikator auf der Grundlage von Daten des Amtes für nationale Statistik und statistischer Modellierung berechnet wird. Er spiegelt in erster Linie die allgemeine Entwicklung des privaten Vermögens wider und nicht die genaue Anzahl vermögender Einwohner.
Das Institut forderte die britischen Behörden auf, von der Einführung einer Vermögenssteuer abzusehen, die Kapitalertragsteuer zu senken und die Besteuerungsbedingungen für vermögende ausländische Einwohner zu überarbeiten. Seinen Angaben zufolge entfallen 29,1 % der Einkommensteuereinnahmen auf die 1 % der Briten mit den höchsten Einkommen.