Um bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, muss die Ukraine zusätzlich zu den derzeitigen Investitionen in die Dekarbonisierung etwa 550 Mrd. EUR an zusätzlichen Investitionen mobilisieren.
Dies geht aus einer Pressemitteilung des Analysezentrums DIXI Group hervor, die sich auf neue Daten des „Climate Neutrality Tool“ bezieht, das vom Stockholmer Umweltinstitut (SEI) speziell für die Ukraine im Rahmen des Projekts „Grüne Agenda für Armenien, Moldawien und die Ukraine“ mit Unterstützung der schwedischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit (Sida).
„Nach den neuen Daten des Instruments zur Klimaneutralität, eines speziell für die Ukraine vom SEI entwickelten Modells, ist das Erreichen der Klimaneutralität bis 2050 realistisch und sinnvoll“, hieß es seitens des Zentrums.
Wie in der Pressemitteilung angegeben, hat das SEI die Sektoren analysiert, die den größten Einfluss auf die Treibhausgasemissionen in der Ukraine haben, und deren Potenzial für den Übergang zu einer sauberen Wirtschaft bewertet. Den größten Investitionsbedarf weist insbesondere der Energiesektor auf: rund 311 Mrd. Euro. Es folgen der Verkehrssektor – rund 133 Mrd. Euro – und die Industrie – 90 Mrd. Euro. Dabei wird die Finanzierung nicht nur aus dem staatlichen Sektor stammen, sondern zwischen staatlichen und privaten Strukturen aufgeteilt werden.
SEI hat das Instrument zur Klimaneutralität an das Büro für den grünen Wandel übergeben und im Mai eine Schulung für Beamte zu dessen Anwendung durchgeführt. Vertreter der ukrainischen Regierung erhielten die analytischen Instrumente und das Fachwissen, die für die Bewertung von Dekarbonisierungswegen, die Planung des grünen Wiederaufbaus und die Unterstützung sowohl des Nationalen Energie- und Klimaplans der Ukraine (NEPK) als auch der Strategie für eine kohlenstoffarme Entwicklung der Ukraine bis 2050 erforderlich sind.
Der wichtigste Partner von SEI in der Ukraine ist das Büro für den Grünen Wandel, ein unabhängiges Beratungsgremium beim Ministerium für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft der Ukraine.
Das Projekt wird von der schwedischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit (Sida) finanziert. Das Tool umfasst 55 Maßnahmen, die als besonders wirksam für die Emissionsminderung in der Ukraine identifiziert wurden, und ermöglicht es Politikern und Experten, verschiedene Szenarien hinsichtlich Emissionsminderung, Investitionsbedarf, BIP-Wachstum und neuer Arbeitsplätze zu erstellen und zu vergleichen.
„Wir haben ein praktisches Tool entwickelt, mit dem die Ukraine ihren Weg zur sauberen Wirtschaft kontinuierlich analysieren und aktualisieren kann. Wenn neue Daten vorliegen oder sich politische Prioritäten ändern, kann die Regierung das Modell ganz einfach neu starten und fundierte Entscheidungen auf der Grundlage der aktuellsten Daten treffen“, erklärte Gotham Mutkumaran, Experte für Energiesystemmodellierung am SEI in Tallinn.
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