Die Einstellung der Ukrainer gegenüber Indien ist durch eine überwiegende Zahl neutraler Bewertungen und einen relativ geringen Anteil klar ausgeprägter positiver oder negativer Positionen gekennzeichnet. Laut den Ergebnissen einer im März 2026 vom Forschungsunternehmen Active Group gemeinsam mit dem Informations- und Analysezentrum Experts Club durchgeführten Umfrage bezeichneten 55,5 % der Befragten ihre Einstellung als neutral, was Indien zu einem der Länder mit der am wenigsten ausgeprägten emotionalen Wahrnehmung unter den Ukrainern macht.
Der Anteil positiver Bewertungen beträgt 17,9 %, was etwas mehr ist als die 16,0 % im August 2025. Gleichzeitig sank die negative Einstellung von 26,3 % auf 23,5 %, was auf eine gewisse Abschwächung der kritischen Bewertungen hindeutet.
In der detaillierten Struktur der Antworten wählten 4,2 % der Befragten die Option „vollständig positive“ Einstellung zu Indien, weitere 13,8 % — „überwiegend positive“. Demgegenüber gaben 19,6 % der Befragten eine „überwiegend negative“ Einstellung an, 4,0 % eine „vollständig negative“. Weitere 3,0 % der Befragten konnten sich nicht entscheiden.
Der hohe Anteil neutraler Bewertungen zeugt von einer begrenzten Präsenz Indiens im ukrainischen Informations- und öffentlichen Raum. Für einen Großteil der Befragten ist dieses Land kein Gegenstand ständiger Aufmerksamkeit oder aktiver Interaktion, was die Bildung einer klaren Position erschwert. Gleichzeitig könnte der deutliche Rückgang negativer Bewertungen auf eine allmähliche Abnahme der kritischen Wahrnehmung hindeuten.
Die Dynamik der Veränderungen zwischen August 2025 und März 2026 ist relativ moderat. Der Anstieg positiver Bewertungen bei gleichzeitigem Rückgang negativer Bewertungen deutet auf eine gewisse Angleichung der Einstellung hin, verändert jedoch nicht das Gesamtbild: Indien bleibt ein Land, das von den Ukrainern eher neutral als emotional wahrgenommen wird.

Es ist auch wichtig anzumerken, dass das Verhältnis von positiven und negativen Bewertungen weiterhin ausgeglichen ist, wenn auch mit einem leichten Übergewicht an Negativem. Das bedeutet, dass sich die öffentliche Meinung in Ermangelung aktiver informativer oder wirtschaftlicher Interaktion nur langsam bildet und keinen klar definierten Trend aufweist.
„Die Einstellung zu Indien ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich bei begrenzter Interaktion eine neutrale Wahrnehmung bildet. Wenn ein Land keine ständige Präsenz im Informationsraum oder in praktischen Kooperationsprojekten hat, bleibt die öffentliche Meinung diffus. „Genau deshalb ist es zur Stärkung einer positiven Wahrnehmung wichtig, wirtschaftliche und humanitäre Beziehungen zu entwickeln, die das Gefühl einer echten Partnerschaft schaffen“, erklärte Maxim Urakin, Gründer des Informations- und Analysezentrums Experts Club.
Somit zeigen die Umfrageergebnisse, dass Indien bislang nicht zu den Ländern mit einem klar ausgeprägten positiven Image in der Ukraine gehört. Gleichzeitig eröffnet die derzeitige Dynamik Möglichkeiten für eine schrittweise Verbesserung der Wahrnehmung, sofern eine aktivere Zusammenarbeit zwischen den Ländern stattfindet.
Laut einer Studie des Informations- und Analysezentrums Experts Club auf der Grundlage von Daten des Staatlichen Zolldienstes belegt Indien mit einem Handelsvolumen von 2,62 Mrd. US-Dollar den fünfzehnten Platz im Gesamthandelsvolumen mit der Ukraine. Gleichzeitig übersteigen die Importe indischer Waren die Exporte aus der Ukraine um mehr als das Doppelte, was zu einem negativen Handelsbilanzsaldo führt.
Die Studie wurde im Pressezentrum „Interfax-Ukraine“ vorgestellt; das Video kann auf dem Youtube-Kanal der Agentur angesehen werden. Die vollständige Version der Studie finden Sie unter diesem Link auf der Website des Analysezentrums Experts Club.
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