Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Prognose für die Ausfuhren von US-Mais in der Saison 2026/27 angesichts der anhaltenden Lieferbeschränkungen aus der Ukraine nach oben korrigiert.
Im August-Bericht „World Agricultural Supply and Demand Estimates“ (WASDE), der am 12. August veröffentlicht wurde, wurde die Prognose für die Maisausfuhren aus den USA um 75 Millionen Scheffel auf 3,3 Milliarden Scheffel bzw. rund 83,8 Millionen Tonnen angehoben. Im Vergleich zur Schätzung vom Juli beträgt der Anstieg etwa 1,9 Millionen Tonnen oder 2,3 %.
Das USDA begründet die Anhebung der US-Exportprognose ausdrücklich mit der steigenden weltweiten Nachfrage und den eingeschränkten Exportmöglichkeiten aus der Ukraine.
Gleichzeitig senkte das Ministerium die Prognose für die ukrainischen Maisausfuhren im Wirtschaftsjahr 2026/27 um 1 Mio. Tonnen – von 23 Mio. auf 22 Mio. Tonnen. Die Schätzung der Ernte in der Ukraine selbst wurde hingegen um 1,8 Mio. Tonnen angehoben – von 30 Mio. auf 31,8 Mio. Tonnen.
Somit könnte die Ukraine mehr Mais ernten, als das USDA noch vor einem Monat erwartet hatte, allerdings wird nur ein geringerer Teil der Ernte auf die Außenmärkte gelangen können.
Infolgedessen wurde die Prognose für die Mais-Überhangbestände in der Ukraine sofort von 2,06 Mio. auf 4,86 Mio. Tonnen angehoben, also um mehr als das 2,3-Fache. Den Inlandsverbrauch hat das USDA dabei praktisch unverändert gelassen.
Auf dem Weltmarkt sieht die Lage anders aus. Das USDA hat die Prognose für den weltweiten Maishandel in der Saison 2026/27 um 0,6 Mio. Tonnen angehoben – von 209,88 Mio. auf 210,48 Mio. Tonnen.
Die USA werden zur Hauptquelle des zusätzlichen Angebots. Gleichzeitig senkte das USDA die Exportprognose nicht nur für die Ukraine, sondern auch für die Europäische Union.
Die US-Behörde hob zudem die Prognose für die Maisimporte der EU an, während die Schätzungen für die Einkäufe Chinas und der Türkei nach unten korrigiert wurden.
Der Anstieg der US-Exporte erfolgt vor dem Hintergrund einer nahezu unveränderten Prognose für die Maisproduktion in den USA. Die Ernte wird auf rund 16 Mrd. Scheffel geschätzt und könnte die zweitgrößte in der Geschichte des Landes werden. Die steigende Exportnachfrage wird jedoch zu einem Rückgang der US-Überhangbestände um 137 Mio. Scheffel auf 1,7 Mrd. Scheffel führen.
Das USDA hat zudem die Prognose für den durchschnittlichen Maispreis für US-Landwirte um 0,10 US-Dollar auf 4,50 US-Dollar pro Scheffel angehoben.
Somit führen die Schwierigkeiten beim Export von ukrainischem Mais bereits zu einer Neuverteilung des Weltmarktes zugunsten konkurrierender Lieferanten. Die USA erhalten die Möglichkeit, ihre Ausfuhren im Vergleich zur vorherigen Prognose um fast 2 Millionen Tonnen zu steigern, während die Ukraine Gefahr läuft, im Inland erhebliche zusätzliche Lagerbestände anzuhäufen.