Wie „Der serbische Ökonom“ berichtet, findet in Sarajevo das 32. Sarajevo Film Festival statt, das sich in drei Jahrzehnten von einem während der Belagerung der Stadt gegründeten Festival zu einer der wichtigsten Filmplattformen Südosteuropas entwickelt hat.
Das Festival findet vom 14. bis zum 21. August 2026 statt. Auf dem Programm stehen über 250 Filme, und die Teilnehmer kommen aus rund 70 Ländern und Gebieten. Um den Hauptpreis „Heart of Sarajevo“ konkurrieren in vier Wettbewerbssektionen 51 Filme. Darunter befinden sich 21 Weltpremieren, sechs internationale Premieren und eine europäische Premiere.
Eine Besonderheit des Sarajevo-Festivals ist sein starker regionaler Fokus. Zum offiziellen Wettbewerbsbereich gehören 21 Länder: Albanien, Armenien, Österreich, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Georgien, Griechenland, Ungarn, Kosovo, Malta, Moldawien, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien, Slowenien, die Türkei und die Ukraine.
Die tatsächliche geografische Bandbreite ist jedoch deutlich größer. Dank internationaler Koproduktionen sind im Programm auch Filme vertreten, die unter Beteiligung von Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Dänemark, dem Iran, Katar und anderen Ländern entstanden sind.
Eröffnet wurde das Festival mit dem Film „Fatherland“ des polnischen Regisseurs Paweł Pawlikowski, einer Koproduktion von Polen, Deutschland, Italien und Frankreich. Zu den diesjährigen Ehrengästen zählen die britische Schauspielerin Emily Watson, der mexikanische Schauspieler und Regisseur Diego Luna, der iranische Regisseur Asghar Farhadi sowie Woody Harrelson.
Neben den üblichen Filmvorführungen hat sich das Sarajevo Film Festival längst zu einer wichtigen Geschäftsplattform für die Filmindustrie entwickelt. Im Rahmen der CineLink Industry Days finden Präsentationen neuer Projekte sowie Treffen von Regisseuren und Produzenten mit Förderinstitutionen, Verleihern und potenziellen Investoren statt.
Was dieses Festival so besonders macht: Das Sarajevo Film Festival wurde 1995 ins Leben gerufen, noch während der Belagerung von Sarajevo. Es wurde vom Obala Art Centar ins Leben gerufen, um das kulturelle Leben der Stadt unter Kriegsbedingungen aufrechtzuerhalten. Das erste Festival wurde zu einem Symbol für die Rückkehr der Stadt zum normalen Leben.
In den folgenden drei Jahrzehnten entwickelte es sich zu einem der wichtigsten Filmfestivals auf dem Balkan und zu einer Plattform, über die regionale Filme den europäischen Markt erreichen. Daher wird Sarajevo im August faktisch zu einer der Kulturhauptstädte der Region: Hierher kommen nicht nur Schauspieler und Regisseure, sondern auch Produzenten, Filmverleiher, Vertreter internationaler Stiftungen und Streaming-Plattformen.
Das Festival endet am 21. August.