Wie „Serbischer Ökonom“ berichtet, war Serbien im ersten Halbjahr 2026 laut Daten der Zentralbank von Montenegro (CBCG) die größte Quelle für ausländisches Kapital, das in den Erwerb von Immobilien in Montenegro floss.
Von Januar bis Juni investierten ausländische Investoren 237,77 Millionen Euro in montenegrinische Immobilien, was einem Anstieg von 3,89 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Insgesamt belief sich der Bruttozufluss ausländischer Direktinvestitionen in das Land auf 457,37 Millionen Euro, womit auf den Immobiliensektor rund 52 % aller Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen entfielen.
An der Spitze stand Serbien mit 55,75 Millionen Euro bzw. 23,45 % aller ausländischen Investitionen in montenegrinische Immobilien.
Den zweiten Platz belegte Deutschland mit 22,9 Mio. Euro, den dritten die USA mit 20,84 Mio. Euro. Aus der Schweiz flossen 18,5 Mio. Euro in den Kauf von Immobilien, aus der Türkei 16,34 Mio. Euro.
Vor diesem Hintergrund fällt der weitere Rückgang der Bedeutung russischen Kapitals besonders ins Auge. Im ersten Halbjahr flossen aus Russland lediglich 5,37 Millionen Euro in den Kauf montenegrinischer Immobilien, was nur dem zehnten Platz entspricht. In der Rangliste liegen nun unter anderem Polen und Belgien vor Russland.
Dieser Trend zeichnete sich bereits im vergangenen Jahr ab. Im ersten Quartal 2025 fiel Russland erstmals aus den Top 5 der größten Immobilienkäufermärkte Montenegros heraus und belegte den sechsten Platz. Im Gesamtjahr 2025 sank das Investitionsvolumen aus Russland in alle Bereiche der montenegrinischen Wirtschaft auf 33,98 Millionen Euro, wovon rund 17,8 Millionen Euro auf den Immobiliensektor entfielen. Zum Vergleich: Noch in den Jahren 2020–2024 gehörte russisches Kapital traditionell zu den größten Quellen ausländischer Investitionen des Landes.
Dabei ist es nicht ganz korrekt, auf der Grundlage dieser Zahlen direkt von „serbischen Staatsangehörigen“ oder „Russen, die Immobilien erworben haben“ zu sprechen. Die Methodik des CBCG berücksichtigt das Land, aus dem die Zahlung eingegangen ist, und dieses muss nicht unbedingt mit der Staatsangehörigkeit des Endkäufers oder Begünstigten übereinstimmen. So kann beispielsweise ein russischer Staatsbürger eine Immobilie von einem Konto in Serbien, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder einem anderen Land aus bezahlen. Daher zeigen die Daten in erster Linie eine Veränderung der geografischen Verteilung der Finanzströme auf dem Immobilienmarkt.