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Die Niederlande, Kroatien, Estland, Litauen und Lettland haben sich für eine Pause im EU-Beitrittsprozess Montenegros ausgesprochen

19 September , 2026  

Wie der „Serbische Ökonom“ berichtet, haben sich gleich fünf EU-Länder – die Niederlande, Kroatien, Estland, Litauen und Lettland – für eine Pause vor dem endgültigen Abschluss der Verhandlungskapitel mit Montenegro ausgesprochen, wie die Zeitung „Dan“ aus Podgorica unter Berufung auf diplomatische Quellen in Brüssel berichtet.

Initiator waren die Niederlande, die eine zusätzliche Analyse der Erfüllung der europäischen Kriterien durch Montenegro sowie eine konsequentere Anwendung der festgelegten Standards fordern. Dieser Position schlossen sich später Kroatien und die drei baltischen Staaten an.

Dies hat bereits Auswirkungen auf den Verhandlungszeitplan gehabt. Die für September geplante Regierungskonferenz EU–Montenegro, bei der Podgorica mit der Schließung neuer Kapitel gerechnet hatte, wird nicht stattfinden.

Dabei klingt die offizielle Version aus Brüssel milder. Ein EU-Vertreter erklärte, dass einige Staaten ihre internen Abstimmungsverfahren noch nicht abgeschlossen hätten, da viele Verhandlungskapitel technisch komplex seien.

„Der Wille, Fortschritte zu erzielen, ist vorhanden. Die Arbeit ist praktisch abgeschlossen. Es geht eher um den Zeitfaktor als um irgendetwas anderes“, erklärte der EU-Vertreter.

Die derzeit optimistischste Variante ist die Abhaltung der nächsten Regierungskonferenz Mitte Oktober in Luxemburg.

Montenegro ist nach wie vor der Kandidat, der im EU-Beitrittsprozess am weitesten fortgeschritten ist. Das Land hat alle 33 Verhandlungskapitel eröffnet, von denen 18 bereits vorläufig abgeschlossen sind. Die letzte Konferenz fand am 14. Juli statt, bei der die Kapitel 8 „Wettbewerbspolitik“ und 29 „Zollunion“ abgeschlossen wurden.

Ein separates Problem bleibt die Haltung Kroatiens. Im Juli lehnte Zagreb den Abschluss des Kapitels 14 „Verkehrspolitik“ ab, insbesondere aufgrund von Fragen zur Kabotage und zu Luftverkehrskarten. Kroatien blockiert zudem weiterhin das Kapitel 31 „Außenpolitik, Sicherheit und Verteidigung“ aufgrund ungelöster bilateraler Fragen mit Montenegro.

Der Rat der EU bestätigt offiziell, dass Montenegro weiterhin Fortschritte macht und an neuen Verhandlungspositionen gearbeitet wird.

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