Wie der Serbische Ökonom berichtet, hat das albanische Finanzministerium einen Gesetzentwurf zur öffentlichen Diskussion gestellt, der eine Erhöhung der Grundsteuer sowie eine Änderung des Systems der Steuervergünstigungen für Immobilienbesitzer vorsieht.
Dem Vorschlag zufolge könnte die Grundsteuer von derzeit 0,05 % des Immobilienwerts auf 0,1–0,2 % steigen. Auch für Gewerbeimmobilien wird eine Anhebung der Steuersätze vorgeschlagen, wobei die endgültige Steuerbelastung von der Immobilienkategorie und der Nutzung der Immobilie abhängt.
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft Eigentümer von Zweit- und weiteren Immobilien. Sofern es sich nicht um den Hauptwohnsitz handelt, werden keine Steuervergünstigungen gewährt. Somit müssen Eigentümer von Ferienhäusern, Investitionswohnungen und zusätzlichen Wohnimmobilien den vollen Steuersatz zahlen.
Tatsächlich versuchen die Behörden, Sozialwohnungen und Investitionsimmobilien voneinander abzugrenzen. Für Familien, die nur eine einzige Wohnung besitzen, könnte die Steuererhöhung teilweise abgefedert werden. Für Eigentümer mehrerer Objekte wird die Belastung deutlich stärker ausfallen.
Die Reform ist besonders wichtig für den albanischen Immobilienmarkt, wo die Wohnimmobilienpreise in Tirana, Durrës, Vlorë, Sarandë und anderen Standorten, die mit Tourismus und Investitionsnachfrage verbunden sind, in den letzten Jahren rasant gestiegen sind. Vor dem Hintergrund reger Bautätigkeit, des Interesses ausländischer Käufer und der Zunahme von Kurzzeitvermietungen versuchen die Behörden, die Einnahmen der lokalen Haushalte zu steigern und die Immobilienbesteuerung stärker an den Marktwert der Vermögenswerte anzupassen.
Albanien vollzieht schrittweise den Übergang vom alten Modell fester oder niedriger Steuern zu einem moderneren System, bei dem die Steuerbemessungsgrundlage an den Wert der Immobilie gekoppelt ist. Dieser Ansatz entspricht den Empfehlungen internationaler Finanzorganisationen, könnte sich jedoch für Immobilienbesitzer als schmerzhaft erweisen, insbesondere wenn die Kataster- und Marktbewertung von Wohnimmobilien nach oben korrigiert wird.
Für ausländische Investoren bedeuten diese Änderungen, dass der jährliche Unterhalt einer Zweitwohnung an der Küste oder einer Investitionsimmobilie in Tirana etwas teurer wird. Dabei wird die Steuerbelastung in Albanien selbst nach der Erhöhung im Vergleich zu vielen EU-Ländern relativ moderat bleiben.
Die wichtigste Frage für den Markt lautet: Wie genau werden die Behörden den Wert der Objekte bewerten und wie schnell wird das neue System in der Praxis angewendet?
Der albanische Immobilienmarkt bleibt einer der dynamischsten auf dem Balkan. Das Wachstum des Tourismus, die Entwicklung der Küstenstädte und das Interesse ausländischer Käufer stützen die Nachfrage, doch die Steuererhöhung könnte spekulative Käufe allmählich abkühlen und die Kluft zwischen Wohnimmobilien und Anlageimmobilien vergrößern.
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