Die geografische Struktur der Dieselimporte in die Ukraine veränderte sich im Juli 2026 erheblich: Während die Lieferungen aus Rumänien einen Rekordwert erreichten, gingen die Importe aus Griechenland, der Türkei und Israel stark zurück, und die Hauptlast verlagert sich zunehmend an die westliche Grenze.
Nach Angaben der „Beratungsgruppe A-95“ importierte die Ukraine im Juli insgesamt 562.000 Tonnen Dieselkraftstoff, 5 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Auf der südlichen Route war Rumänien die einzige große Bezugsquelle, die ihre Lieferungen deutlich steigerte.
Die Importe rumänischen Dieselkraftstoffs stiegen um 25 % – von 143.400 Tonnen im Juli 2025 auf 179.300 Tonnen im Juli dieses Jahres. Dies ist der höchste Wert seit Anfang 2025.
Bei den anderen Lieferanten auf der südlichen und mediterranen Route war eine völlig andere Entwicklung zu beobachten.
Die Importe aus Griechenland gingen um 45 % zurück – von 60.700 auf 33.100 Tonnen. Die Lieferungen aus der Türkei sanken laut der Infografik von „A-95“ von rund 31.000 Tonnen auf einige Tausend Tonnen, während die Importe aus Israel auf vereinzelte Lieferungen zurückgingen.
Gleichzeitig stiegen die Lieferungen über Polen und Litauen stark an.
Polen erhöhte seine Dieselkraftstoffexporte in die Ukraine um 26 % auf 202.800 Tonnen, Litauen sogar um 65 % auf 84.300 Tonnen.
Nach Einschätzung des Direktors von „A-95“, Serhij Kujun, war einer der Hauptgründe für die Umverteilung der Lieferströme der rekordniedrige Wasserstand der Donau, der zusätzliche logistische Schwierigkeiten verursachte, sowie die anhaltenden Sicherheitsrisiken.
Infolgedessen entwickelte sich Polen zum größten Versorgungskanal der Ukraine für Dieselkraftstoff, während Polen, Rumänien und Litauen zusammen 83 % der gesamten Importe im Juli deckten.
Die Veränderungen zeigen, wie schnell der ukrainische Markt gezwungen ist, seine Lieferrouten in Abhängigkeit vom Zustand der Flusslogistik, der Sicherheit in der Schwarzmeerregion und der Verfügbarkeit europäischer Erdölprodukte umzugestalten.
Dabei konnte selbst der Anstieg der Gesamtimporte einen Kraftstoffmangel im Juli nicht vollständig verhindern. „A-95“ erklärt dies mit einer Kombination aus erhöhter Nachfrage, einem preisbedingten Kaufansturm und einem gestiegenen Dieselverbrauch im Verkehrssektor.
Für August erwarten die Analysten ein größeres Angebot und eine Stabilisierung des Marktes.
Quelle: Beratungsgruppe A-95