Die ukrainische Wirtschaft wird im Jahr 2022 voraussichtlich um 35 % schrumpfen, obwohl es laut der am Dienstag veröffentlichten aktualisierten World Economic Survey des Internationalen Währungsfonds unmöglich ist, genaue Messungen ihres Schadens zu erhalten.
„Und selbst wenn der Krieg bald endet, werden der Verlust von Menschenleben, die Zerstörung von Sachkapital und die Flucht von Bürgern die Wirtschaftstätigkeit für viele Jahre ernsthaft behindern. Für die Ukraine sind alle Prognosen für 2022-2027, mit Ausnahme des realen BIP, entfallen aufgrund einer ungewöhnlich hohen Unsicherheit Reales BIP wird bis 2022 projiziert.
Der IWF stellt klar, dass der Rückgang um 35 % im Allgemeinen mit den Daten übereinstimmt, die in der Studie „The Macroeconomic Costs of Conflict“ von Natalia Novta und Evgenia Pugacheva aus dem Jahr 2021 zu den schwerwiegendsten Konflikten vorgelegt wurden.
Laut dieser Arbeit ist das Pro-Kopf-BIP zehn Jahre nach Beginn des Konflikts immer noch um etwa 28 % niedriger, was hauptsächlich auf einen Rückgang des privaten Verbrauchs um fast 25 % zurückzuführen ist.
Darüber hinaus ist der Konflikt auch mit einem starken Rückgang des offiziellen Handels verbunden, wobei die Exporte zehn Jahre nach Beginn des Konflikts schätzungsweise um 58 % und die Importe um 34 % zurückgehen werden.
Der Ausbruch von Konflikten führe oft auch kurzfristig zu einer erheblichen Abwanderung von Flüchtlingen in benachbarte unterentwickelte Länder und langfristig zu einer relativ kleinen, aber sehr stetigen Abwanderung von Flüchtlingen in entwickelte Länder, stellten die Autoren der Studie fest.
Im Allgemeinen senkte der IWF aufgrund des von Russland entfesselten Krieges gegen die Ukraine seine Prognose für das globale BIP-Wachstum im Jahr 2022 von 4,2 % auf 3,6 % und im nächsten von 3,8 % auf 3,6 % und erhöhte auch die Inflationserwartungen: in den Industrieländern Ländern in diesem Jahr – von 3,9 % auf 5,7 %, in den Entwicklungsländern – von 5,9 % auf 8,7 %.
Laut Weltbank, die vor dem Krieg ein Wachstum der ukrainischen Wirtschaft um 3,2 % in diesem Jahr erwartete, wird sie, wie berichtet, um 45,1 % zurückgehen. Laut seinem Bericht von Anfang April soll sich die ukrainische Wirtschaft im Jahr 2023 nur um 2,1 % erholen, was ebenfalls schlechter ist als die bisherigen Erwartungen von 3,5 %.
Die Nationalbank der Ukraine prognostiziert für dieses Jahr einen Rückgang des BIP des Landes um mindestens ein Drittel und weigert sich, detailliertere Schätzungen vorzunehmen.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) erörtert die Bereitstellung der Ukraine einer Hilfe in Höhe von $1,4 Mrd., kündigte am Dienstag nach der östlichen USA-Zeit die geschäftsführende Direktorin des IWF Kristalina Georgiewa.
„Heute haben wir einen Antrag an Exekutivrat geschickt, der zur Genehmigung geprüft werden muss; es handelt sich um die Bereitstellung von $1,4 Mrd. zur Unterstützung der Ukraine, um ihr zu helfen, mit dem durch diesen Krieg verursachten Schock fertig zu werden“, steht in der durch den Fonds angegebenen Erklärung von Georgiewa geschrieben.
Der Fonds erinnerte daran, dass im Dezember für die Ukraine bereits 700 Millionen Dollar ausgezahlt wurden, und auch die Zuteilung von Sonderziehungsrechten in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar vorgesehen.
Die Ukraine erhielt am vergangenen Montag im Rahmen einer neuen Zuteilung von Sonderziehungsrechten (SZR) des Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Anteil von 1,9 Mrd. SZR.
„Heute sind 1,9 Mrd. SZR auf dem Konto der Ukraine beim IWF eingegangen! Ein tolles Geschenk zum Unabhängigkeitstag! Ruhm der Ukraine“, schrieb erste stellvertretende Leiterin der Nationalbank der Ukraine, Kateryna Rozhkova, am Montag auf ihrer Facebook-Seite.
Zuvor hatte Finanzminister Serhii Marchenko in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine erklärt, dass die endgültige Entscheidung über die Aufteilung dieser Mittel zwischen der Regierung und der Nationalbank nach deren Erhalt getroffen wird.
Wie berichtet, kündigte geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Georgieva, den Beginn einer SZR-Zuteilung im Wert von 650 Mrd. USD an, in deren Rahmen die Ukraine im Verhältnis zu ihrer Quote im Fonds mehr als 2,7 Mrd. USD in Dollar-Gegenwert erhält.
„Die größte Zuteilung von Sonderziehungsrechten (SZR) in der Geschichte – etwa 650 Mrd. USD – wird heute wirksam“, wurde sie am Montag vom Pressedienst des IWF zitiert.
Nach Ansicht der geschäftsführenden Direktorin des IWF sei diese Zuweisung der stärkste Anreiz, der, wenn er klug eingesetzt wird, die beispiellose Krise bekämpfen kann.
„Die SZR-Zuteilung wird dem globalen Wirtschaftssystem zusätzliche Liquidität verschaffen, die Devisenreserven der Länder wieder auffüllen und ihre Abhängigkeit von teureren Inlands- oder Auslandsschulden verringern“, merkte Georgieva an.
Die Ukraine könne ein neues Programm mit Internationalem Währungsfond (IWF) in Höhe von $6-8 Milliarden bis Ende 2019 abschließen und die notwendigen Auszahlungen nach dem Außenverschuldungen in Jahren 2020 und 2021 leisten, solche Prognosen machen die Raiffeisen-Analytiker in den kommenden Parlamentswahlen am 21. Juli gewidmeten Bericht. Sie habe im Dokument die hohe Wahrscheinlichkeit des Mehrheitsstimmenerhalts von der propräsidalen Partei „Sluha Naroda“ („Diener des Volkes“), die an der Spitze der Umfragen mit Resultat 41,5-52,30% steht, was die Durchführung der vom Präsidenten Wolodymyr Zelenskyj versprochenen Reformen gewährleisten kann.
Mit Rücksicht auf die Anhänglichkeit von Wolodymyr Zelenskyj den Reformen könne die Regierung bis Ende 2019 das neue dreijährige Programm mit Fond auf die Summe $6-8 Milliarden abschließen, so im Bericht.
Die Raiffeisen-Analytiker wiesen darauf hin, dass 40% der Auszahlungen nach Bruttoauslandsverschuldung auf die Jahren 2020-2021 (2020 – $16,8 Milliarden, 2021 $18,5 Milliarden) kommen, also, die Regierung braucht dringend ein neues Partnerprogramm mit IWF.
Auch mit Rücksicht auf volles Roll-over von Zwischenfirmenkrediten und Refinanzierung von 50% der Korporativkrediten, solle die Ukraine $12,5 Milliarden im Jahr 2019 und $15 Milliarden im Jahre 2021 auszahlen, so im Dokument.
Nach Meinung von Analytikern kann die Einziehung von IWF-Krediten die teilweise Schuldenbegleichung der Ukraine sichern, die restliche Summe wäre auf den Schuldenmärkten durch die Obligationsherausgabe und durch die offiziellen zweiseitigen Kreditabkommen zu erhalten.
Sie betonten darauf, dass die wesentliche Verschuldung sowohl Privat-, als auch Staatssektor mit großem Anteil an Devisenverpflichtungen zusammen mit Notwendigkeit der höhen Auszahlungen in zwei nächsten Jahren die Kreditierung der Ukraine bremst und die Einziehung mehrerer Mittel auf dem Markt und Sicherung der Schuldauszahlung ohne Programm mit IWF kaum wahrscheinlich ist.
Die Raiffeisen-Analytiker finden die Rankingerhöhung bis Ende dieses Jahres unwahrscheinlich, doch sehen gute Perspektiven für deren Steigerung in zwei Jahren nach den Wahlen im Falle des Reformerfolgs.
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) nimmt im erneuten World Economic Outlook (WEO) zur Umrechnung des BIP von Griwna in Dollars für Jahr 2019 den jahresdurchschnittlichen Kurs von 28,681 UAH/$1 in Anspruch, und für Jahr 2020 – 29,958 UAH/$1, was den vorherigen Bewertungen vom Oktober des vorigen Jahres fast entspricht.
Damals nahm IWF den Rückgang des Kurses von Griwna im Jahr 2019 bis auf 28,655 UAH/$1, und im Jahr 2020 bis auf 29,925 UAH/$1 an.
Laut erneuten Bewertungen von IWF kann die ukrainische Währung im Jahr 2021 bis auf 30,55 UAH/$1 billig werden, im Jahr 2022 bis auf 31,01 UAH/$1, im Jahr 2023 bis auf 31,47 UAH/$1 und im Jahr 2024 bis auf 31,94 UAH/$1.
Während dieser Zeit wird das nominale BIP der Ukraine in Dollars von $134,89 Mrd. in diesem Jahr bis auf $206,73 Mrd. im Jahr 2024 steigen, nehmen die Experten des Fonds an.
Laut den von IWF bekanntgemachten Angaben erreichte das BIP der Ukraine in Dollars im vorigen Jahr $124,6 Mrd. im Vergleich zu $112,13 Mrd. im Jahr 2017 bei nicht großer Schwächung von Griwna – bis auf 27,19 UAH/$1 von 26,6 UAH/$1.