Am 27. August unterzeichnete US-Präsident Donald Trump ein Dekret zur Umbenennung des Ontariosees in „Lake America“ – „See Amerika“.
Dabei ist eine wichtige Klarstellung anzubringen: Es handelt sich nicht um eine internationale Umbenennung des Sees. Der Ontariosee liegt an der Grenze zwischen den USA und Kanada, und Trumps Dekret gilt nur für Bundesbehörden und offizielle geografische Bezeichnungen in den USA. Kanada ist nicht verpflichtet, den neuen Namen anzuerkennen, und verwendet weiterhin „Lake Ontario“.
Gemäß der Verordnung Nr. 14420 muss der US-Innenminister gemeinsam mit dem US-Rat für geografische Bezeichnungen innerhalb von 30 Tagen den Namen „Lake America“ in das bundesstaatliche Geographic Names Information System (GNIS) aufnehmen. Danach soll der neue Name in Dokumenten, Karten und Mitteilungen der US-Bundesbehörden verwendet werden.
Trump begründete diese Entscheidung mit der wirtschaftlichen und historischen Bedeutung des Sees für die USA. Im Text der Verordnung wird die Rolle des Sees für den amerikanischen Handel, die Schifffahrt und die Militärgeschichte sowie die Investitionen Washingtons in den Schutz des Ökosystems der Großen Seen hervorgehoben.
Die Entscheidung wurde vor dem Hintergrund einer erneuten Verschärfung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada getroffen. Die Verhandlungen zwischen den beiden Ländern über ein Handelsabkommen wurden am 21. August ausgesetzt, nachdem der kanadische Premierminister Mark Carney erklärt hatte, dass die von Washington vorgeschlagenen Bedingungen nicht den Interessen des Landes entsprächen. Kanada kündigte daraufhin an, entsprechende Handelsmaßnahmen vorzubereiten.
Die kanadische Seite erkannte die Umbenennung nicht an. Carney erklärte, dass das Gewässer in Kanada weiterhin als Ontariosee bezeichnet werde. Der Name „Ontario“ selbst stammt aus der Sprache der indigenen Völker und wurde bereits lange vor der Entstehung der heutigen USA und Kanadas verwendet.
Bei der Unterzeichnung des Dekrets kündigte Trump zudem weitere geografische Umbenennungen an.
„Wir haben eine Bucht, und jetzt haben wir einen See. Wir brauchen noch einen Ozean“, erklärte der US-Präsident und fügte hinzu, dass Washington theoretisch über einen neuen Namen für den Atlantik oder den Pazifik oder für beide nachdenken könnte. Bislang gibt es keine Dekrete oder offiziellen Verfahren zur Umbenennung von Ozeanen.
Diese Entscheidung setzt die Praxis der geografischen Umbenennungen in Trumps zweiter Amtszeit fort. Im Januar 2025 ordnete er an, in den US-Bundesbehörden die Bezeichnung „Gulf of America“ – „Amerikanischer Golf“ – anstelle von „Gulf of Mexico“ zu verwenden, und führte den Namen „Mount McKinley“ für den Berg Denali in Alaska wieder ein.