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„Ukrzaliznytsia“ rechnet für das Jahr 2026 mit einem Nettoverlust von 21,9 Mrd. UAH

25 Juni , 2026  

Die AG „Ukrzaliznytsia“ rechnet für das Jahr 2026 mit einem Nettoverlust in Höhe von 21,9 Mrd. UAH und einem Liquiditätsdefizit von 26,3 Mrd. UAH, sofern keine Tarifindexierung erfolgt, wie der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Oleksandr Pertsovskyi, am Dienstag auf einer Pressekonferenz mitteilte, berichtet ein Korrespondent der Agentur „Interfax-Ukraine“.

Seinen Angaben zufolge gehören zu den Hauptursachen für die Verschlechterung der Finanzkennzahlen der 2,4-fache Anstieg der Stromkosten, der zu zusätzlichen Ausgaben in Höhe von 15,4 Mrd. UAH führte, die Notwendigkeit einer Lohnindexierung – 13,4 Mrd. UAH – sowie ein Rückgang der Einnahmen aus dem Güterverkehr um 7 Mrd. UAH infolge der Kampfhandlungen und der Besetzung eines Teils des Staatsgebiets, gestiegene Wechselkursverluste aus der Neubewertung von Verbindlichkeiten in Höhe von 3,8 Mrd. UAH sowie ein Anstieg der Dieselpreise um 28 %, was das Unternehmen zusätzlich 2,1 Mrd. UAH gekostet habe.

Nach Schätzungen des Unternehmens beläuft sich der entgangene Einnahmenbetrag für den Zeitraum von 2023 bis einschließlich der ersten drei Monate des Jahres 2026 aufgrund der Zurückhaltung bei der Tarifanpassung auf 99,5 Mrd. UAH.

Zur Deckung der Finanzlücke setzt „Ukrzaliznytsia“ für das Jahr 2026 zusätzliche Optimierungsmaßnahmen um, die es ermöglichen sollen, 1 Mrd. UAH aus dem Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden und überschüssigen Vermögenswerten sowie 2,3 Mrd. UAH an Kreditmitteln von internationalen Finanzorganisationen zu beschaffen, sofern die Tarifindexierung durchgeführt wird.

Zu den weiteren Maßnahmen gehört die Optimierung der Investitionsausgaben (CAPEX), durch die 6,9 Mrd. UAH aufgrund der Unterfinanzierung des kritischen Bedarfs an Kapitalinvestitionen eingespart werden sollen. Gleichzeitig werden die Eigenmittel zur Finanzierung der CAPEX im Jahr 2026 etwa 16,1 Mrd. UAH betragen.

Zudem ist ein Regierungsbeschluss erforderlich, um ab dem 1. Juli 2026 den Verkauf von Strom an „Ukrzaliznytsia“ über spezielle Auktionen wieder aufzunehmen, wobei ein entsprechender Rabatt auf den gewichteten Durchschnittspreis für Strom gewährt wird.

Zu den weiteren Faktoren gehört ein Plan zur Anhebung der Tarife im Nahverkehr um 100 %, wobei eine Abstimmung mit den regionalen Militärverwaltungen erforderlich ist.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzlage schlägt „Ukrzaliznytsia“ außerdem vor, die Frachttarife ab dem 1. August 2026 um 30 % anzuheben. Die erste Phase sieht eine direkte Tariferhöhung sowie die Vereinheitlichung der Tarife für leere Waggons vor.

Pertsovskyi betonte, dass der Juni ein kritischer Zeitraum für die Entscheidung über die Tarifanpassung sei, da das Regulierungsverfahren etwa zwei Monate in Anspruch nehme.

„Das ist die letzte Chance, bis August eine Entscheidung zu treffen, denn im August rutschen wir bei diesem Tempo einfach in die roten Zahlen. Noch im August steht die Zahlung der garantierten Schulden an“, fügte der Vorstandsvorsitzende hinzu.

Laut Pertsovskyi könnte eine weitere Tarifanpassung um bis zu 15 % ab Januar 2027 die zweite Stufe darstellen, wobei eine entsprechende Entscheidung bislang noch nicht getroffen wurde.

Wie im Verordnungsentwurf dargelegt, ist die Notwendigkeit einer Tarifanpassung auf die Verschlechterung der finanziellen Lage der AG „Ukrzaliznytsia“ zurückzuführen, deren Einnahmen nicht ausreichen, um die laufenden Ausgaben zu decken. Das Ministerium wies darauf hin, dass die letzte Tarifanpassung fast vier Jahre zurückliege, während der Erzeugerpreisindex für Industrieprodukte im Zeitraum von Juli 2022 bis April 2026 um 252,1 % gestiegen sei.

Nach Angaben des Ministeriums für Entwicklung gingen die Güterverkehrsmengen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 % zurück, und der Nettoverlust von „Ukrzaliznytsia“ belief sich auf 7,6 Mrd. UAH. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 erreichte der Verlust 9,3 Mrd. UAH.

Damals wies das Ministerium darauf hin, dass der prognostizierte Nettoverlust des Unternehmens zum Jahresende 2026 ohne eine Tarifindexierung 13 Mrd. UAH übersteigen und das Finanzdefizit mehr als 26 Mrd. UAH betragen werde.

Unter anderem weigerte sich „Ukrzaliznytsia“ im Januar dieses Jahres, Kuponzahlungen in Höhe von 45 Mio. US-Dollar für die Eurobonds 2026 mit einem Zinssatz von 8,25 % in Höhe von 703,2 Mio. US-Dollar sowie für die Eurobonds 2028 mit einem Zinssatz von 7,875 % in Höhe von 351,9 Mio. US-Dollar und kündigte an, unter Einbeziehung von Finanz- und Rechtsberatern eine umfassende Umstrukturierung der Verbindlichkeiten aus diesen Anleihen einzuleiten.

Als Hauptgründe für die Einstellung der Schuldendienstleistungen für die Eurobonds nannte das Unternehmen den anhaltenden Rückgang der Einnahmen aus dem Güterverkehr vor dem Hintergrund sinkender Transportvolumina sowie die Zunahme von Angriffen auf die Eisenbahn, deren Gesamtzahl im Jahr 2025 (1.195) den Gesamtwert der Jahre 2023–2024 überstieg.

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