Wie der Serbische Ökonom berichtet, haben die USA dem serbischen Ölkonzern NIS eine neue 60-tägige Ausnahme von den Sanktionen gewährt, wodurch das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit mindestens bis Mitte Juni fortsetzen kann. Über die Verlängerung der Lizenz informierte die serbische Ministerin für Bergbau und Energie, Dubravka Jedović-Handanović. Es handelt sich um eine Genehmigung der OFAC, die NIS weiterhin den Import von Rohöl ermöglicht und das Risiko von Betriebsunterbrechungen in der Ölraffinerie-Infrastruktur des Landes verringert.
Für Serbien hat diese Entscheidung nicht nur energiepolitische, sondern auch makroökonomische Bedeutung. NIS betreibt die einzige Ölraffinerie des Landes in Pančevo, weshalb die erneute Verlängerung der Lizenz die Risiken für den heimischen Kraftstoffmarkt, die Logistik und die Preisstabilität verringert.
Parallel dazu laufen die Verhandlungen über den Verkauf des russischen Anteils an NIS an die ungarische MOL weiter. Laut Reuters hat Washington den 22. Mai als Frist für den Abschluss der Transaktion gesetzt. Belgrad rechnet damit, dass der Regierungswechsel in Ungarn den Prozess nicht zum Scheitern bringen wird, doch eine endgültige Vereinbarung liegt bislang noch nicht vor.
Die Eigentümerstruktur von NIS bleibt der Hauptgrund für den Sanktionsdruck. Dem Bericht zufolge gehören 45 % der Unternehmensanteile Gazprom Neft, weitere 11,3 % stehen in Verbindung mit Gazprom, während Serbien fast 30 % hält und der Rest auf Minderheitsaktionäre entfällt. Gerade den Ausstieg russischer Strukturen aus dem Kapital von NIS betrachten die USA als Voraussetzung für eine nachhaltige Lösung der Situation.
Für die serbische Wirtschaft bedeutet die derzeitige Verzögerung einen Zeitgewinn, aber keine endgültige Lösung des Problems. Solange der Deal mit MOL nicht abgeschlossen ist, bleiben NIS und der gesamte Ölsektor des Landes von den befristeten Lizenzen Washingtons abhängig. Dies sorgt für anhaltende Unsicherheit auf dem Energiemarkt, im Haushalt und im Investitionsklima, insbesondere hinsichtlich der langfristigen Planung von Lieferungen und der Modernisierung der Raffinerien.
https://t.me/relocationrs/2658