Wie Experts.new berichtet, sind die Immobilienpreise in der Ukraine nach einer Phase relativer Ruhe wieder gestiegen, wie aus dem Bericht zur Finanzstabilität der Nationalbank der Ukraine vom Juni hervorgeht.
Nach Angaben der NBU sind die Immobilienpreise in den letzten sechs Monaten gestiegen. Auf dem Erstmarkt stiegen die in Anzeigen angegebenen Preise in etwa proportional zur Abwertung der Hrywnja, da Immobilienpreise in der Ukraine traditionell in US-Dollar angegeben werden. Auf dem Sekundärmarkt verlief der Anstieg schneller – er lag um 5–10 Prozentpunkte über der Abwertung.
Ein weiterer Faktor war der starke Anstieg der Selbstkosten für Bauvorhaben aufgrund des Preisanstiegs bei Kraftstoffen. Dies verstärkte den Preisdruck bei Neubauten und schränkte die Möglichkeiten der Bauträger ein, die Preise auf dem bisherigen Niveau zu halten.
Dabei weist die NBU darauf hin, dass die Wohnimmobilienpreise im Vergleich zu den Haushaltseinkommen weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau liegen. Im ersten Quartal 2026 betrug das Verhältnis von Wohnimmobilienpreisen zu Einkommen 8,7x für den Erstmarkt und 8,6x für den Sekundärmarkt.
Auf dem Mietmarkt ist eine andere Situation zu beobachten. Aufgrund der winterlichen Angriffe auf die Energieinfrastruktur und der damit verbundenen Risiken hat sich der Anstieg der Mietpreise verlangsamt. In Kiew, im Süden und im Zentrum des Landes haben sich die Mietpreise seit dem vergangenen Herbst praktisch nicht verändert. Der Preisanstieg setzte sich vor allem in den westlichen Regionen fort.
Das Verhältnis zwischen den Preisen für Bestandsimmobilien und den Mieten stieg im ersten Quartal leicht auf das 10,4-Fache an, lag jedoch weiterhin unter dem langfristigen Durchschnittswert.
Für Käufer bedeutet dies, dass Wohnraum im historischen Vergleich relativ erschwinglich bleibt, doch Unsicherheit, Sicherheitslage und der Zustand der Energieinfrastruktur schränken die Nachfrage weiterhin ein. Für Investoren ist die Situation weniger eindeutig: Der Anstieg der Kaufpreise bei nahezu stabilen Mieten mindert die kurzfristige Attraktivität des Erwerbs von Wohnraum zur Vermietung, insbesondere in Kiew und den zentralen Regionen.
Mittelfristig wird die Marktentwicklung vom Kurs der Hrywnja, den Kosten für Bauvorhaben, der Sicherheitslage, dem Zustand der Energieversorgung sowie der Wiederaufnahme der Hypothekenkreditvergabe abhängen.
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