Wie experts.news berichtet, belief sich der Rinderbestand in der Ukraine zum 1. Juni 2026 auf 1.786,9 Tausend Tiere, darunter 941,2 Tausend Kühe, teilte der Verband der Milcherzeuger am 26. Juni unter Berufung auf vorläufige Daten des Staatlichen Statistikamtes mit.
Im Vergleich zum 1. Juni 2025 ging der Rinderbestand um 383.000 Tiere bzw. um 18 % zurück, während die Zahl der Kühe um 208.000 Tiere, ebenfalls um 18 %, sank. Im Monatsvergleich stieg der Gesamtbestand an Rindern leicht um 2,1 Tausend Tiere an, während die Zahl der Kühe um 3,3 Tausend zurückging
Etwa 53 % des Bestands werden von landwirtschaftlichen Betrieben gehalten, die restlichen 47 % von privaten Haushalten.
Im industriellen Sektor gab es Anfang Juni 951.200 Stück Rinder, darunter 391.900 Kühe. Im Jahresvergleich erhöhten die Betriebe den Rinderbestand um 4 % und die Zahl der Kühe um 3 %.
Gleichzeitig befanden sich in privaten Haushalten weiterhin 835,7 Tausend Stück Rinder, davon 549,3 Tausend Kühe. Im Laufe des Jahres verlor der private Sektor 33 % des Rinderbestands und 28 % der Kühe. Gerade der Rückgang der Tierhaltung in privaten Haushalten bleibt der Hauptgrund für den allgemeinen Rückgang der Zahlen im Land.
In elf Oblasten wurde ein Anstieg der Kuhbestände in landwirtschaftlichen Betrieben verzeichnet. Am stärksten stieg der Bestand in der Oblast Riwne – um 29 %, in der Oblast Lemberg – um 22 %, in der Oblast Charkiw – um 13 %, in der Oblast Ternopil – um 11 % und in der Oblast Chmelnyzkyj – um 9 %. In der Region Kiew stieg die Zahl der Kühe im industriellen Sektor um 3 %.
Den größten Rinderbestand in Betrieben aller Kategorien wiesen die Region Poltawa mit 168.000 Tieren, die Region Winnyzja mit 160.000, in der Oblast Chmelnyzkyj – 143.400, in der Oblast Odessa – 131.600, in der Oblast Tschernihiv – 126.100, in der Oblast Tscherkassy – 125.400 und in der Oblast Kiew – 105.700 Tiere. Auf diese sieben Regionen entfielen rund 54 % des gesamten Rinderbestands des Landes.
Der Verband der Milcherzeuger führt den Rückgang des Viehbestands auf den niedrigen Milchankaufspreis, die gestiegenen Preise für Futtermittel, Kraftstoff und Düngemittel, die unzureichende Modernisierung der Betriebe sowie die Folgen der Kampfhandlungen zurück. Betriebe in den frontnahen Regionen sind zudem gezwungen, ihr Vieh in die zentralen und westlichen Regionen zu transportieren.
Nach Schätzungen des Verbandes müssen etwa 850 der 1.375.000 ukrainischen Milchviehbetriebe umgebaut werden, um den europäischen Standards für die Tierhaltung zu entsprechen. Der geschätzte Investitionsbedarf beläuft sich auf etwa 219 Mio. EUR.
Anfang 1991 gab es in der Ukraine 24.623,4 Tausend Stück Rinder, darunter 8.378,2 Tausend Kühe. Bis Anfang 2001 war der Rinderbestand auf 9,424 Millionen Stück und der Kuhbestand auf etwa 4,958 Millionen Stück geschrumpft.
Im Jahr 2013 gab es in der Ukraine noch 4,646 Mio. Stück Rinder und 2,554 Mio. Kühe. Zu Beginn des Jahres 2021 beliefen sich die Zahlen auf 2,874 Mio. bzw. 1,673 Mio. Stück.
Zum 1. Januar 2025 wurde der Rinderbestand auf 2,002 Mio. Tiere geschätzt, davon 1,155 Mio. Kühe. Zu Beginn des Jahres 2026 waren die Zahlen auf 1,804 Mio. Rinder und 1,022 Mio. Kühe gesunken.
Somit ging der Gesamtbestand an Rindern in der Ukraine von Anfang 1991 bis Anfang 2026 um etwa 92,7 % bzw. um das 13,6-Fache zurück. Die Zahl der Kühe verringerte sich um 87,8 % bzw. um das 8,2-Fache.
Bis zum 1. Juni 2026 sank die Zahl der Kühe erstmals unter 1 Mio. Tiere – auf 941,2 Tausend. Im Vergleich zu 1991 bedeutet dies einen Rückgang um fast 89 % bzw. um das 8,9-Fache.
Beim Vergleich der Langzeitdaten ist die veränderte statistische Erfassung zu berücksichtigen. Die Daten für die Jahre 2015–2021 umfassen nicht die vorübergehend besetzten Gebiete Krim, Sewastopol sowie Teile der Oblasten Donezk und Luhansk, und die Zahlen ab 2022 schließen zudem weitere besetzte Gebiete sowie Teile der Kampfgebiete aus.
Trotz des drastischen allgemeinen Rückgangs des Viehbestands erhöhen die industriellen Milchviehbetriebe in relativ sicheren Regionen teilweise die Zahl der Milchkühe. Dies reicht jedoch bislang nicht aus, um den massiven Rückzug der privaten landwirtschaftlichen Betriebe aus der Tierhaltung auszugleichen.
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