Business news from Ukraine

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Ausländer machen 60% der Nachfrage nach Luxusimmobilien in Spanien aus, Ukrainer bleiben aktive Käufer

19 August , 2026  

Ausländische Käufer machen etwa 60 % der Nachfrage nach Ultra-Luxusimmobilien in Spanien aus, und die Preise in diesem Segment sind in den letzten fünf Jahren um etwa 30 % gestiegen. Neben den traditionell aktiven Käufern aus Großbritannien und Deutschland zeigen derzeit vor allem Bürger aus den Niederlanden, Polen und den USA sowie vermögende Kunden aus den Golfstaaten die größte Aktivität. Auch Ukrainer gehören weiterhin zu den aktivsten ausländischen Käufern spanischer Immobilien.

Diese Einschätzungen gehen aus den im August veröffentlichten Daten von Hiscox zum spanischen Markt für Immobilien der Ultra-Luxusklasse hervor. Dabei handelt es sich in erster Linie um Objekte mit einem Wert ab 3 Mio. Euro.

Die Hauptnachfrage konzentriert sich auf nur wenige Regionen. Die Balearen, die Provinz Málaga, Madrid und Barcelona machen 83 % des Angebots an spanischen Immobilien im Wert von über 3 Mio. EUR aus.

Ein besonders hoher Anteil ausländischer Käufer ist auf den Ferienimmobilienmärkten zu beobachten. In Benahavís in der Provinz Málaga entfallen rund 84 % der Transaktionen mit Luxusimmobilien auf ausländische Käufer, in Andratx auf Mallorca sind es rund 79 %. In Madrid ist die Situation umgekehrt: In der Hauptstadt selbst machen Ausländer nur etwa 14 % der Transaktionen in diesem Segment aus, im prestigeträchtigen Vorort Alcorcón hingegen 17 %. Somit bleibt der Luxusimmobilienmarkt Madrids in deutlich größerem Maße auf vermögende spanische Käufer ausgerichtet.

Nicht ansässige Ausländer zahlen dabei mit die höchsten Preise pro Quadratmeter, da sie sich auf Objekte in den prestigeträchtigsten Gegenden konzentrieren. Nach Einschätzung von Hiscox war gerade das internationale Kapital einer der Faktoren für den Preisanstieg bei Luxusimmobilien in Spanien um etwa 30 % innerhalb von fünf Jahren.

Eine detaillierte Aufschlüsselung der Käufer von Immobilien im Wert von über 3 Millionen Euro nach Nationalität liefert die Hiscox-Studie nicht. Die jüngsten Daten der spanischen Grundbuchämter lassen jedoch erkennen, welche ausländischen Gruppen derzeit auf dem gesamten spanischen Markt am aktivsten sind.

Im zweiten Quartal 2026 erwarben Ausländer in Spanien mehr als 26.800 Wohnimmobilien, was einem Rekordanteil von 15,98 % aller registrierten Transaktionen entspricht.

Den ersten Platz belegten britische Staatsbürger mit einem Anteil von 6,99 % an den ausländischen Käufen und lagen damit fast gleichauf mit den Niederländern (6,94 %). Es folgten Deutschland mit 6,11 %, Marokko mit 6,09 %, Rumänien mit 5,70 %, Italien mit 5,13 %, Frankreich mit 4,97 % und Polen mit 4,33 %.

Im ersten Halbjahr erwarben Briten rund 3.570 Objekte, Käufer aus den Niederlanden rund 3.490. Dabei stieg die niederländische Nachfrage im Jahresvergleich um etwa 12 %, die polnische um etwa 11 %.

Auf dem Luxusimmobilienmarkt selbst verändert sich die Nachfragestruktur noch deutlicher. Reuters berichtete im Juni von einem starken Zustrom wohlhabender Käufer aus Polen, den USA und den Golfstaaten nach Madrid und an die Costa del Sol. Dabei bleiben Briten und Deutsche traditionell starke Gruppen ausländischer Eigentümer an der spanischen Küste.

Besonders schnell ist in den letzten Jahren die Nachfrage aus Polen gestiegen. Der Anteil der Polen an allen ausländischen Käufern stieg von etwa 1,6 % im Jahr 2019 auf 4 % im Jahr 2025. In der im vergangenen Jahr fertiggestellten Luxuswohnanlage Santa Clara in Marbella wurden etwa 70 % der 102 Häuser an polnische Kunden verkauft. Polnische Käufer dominieren auch unter den Kunden des im Bau befindlichen 64-stöckigen Wohnhochhauses in Benidorm.

Gleichzeitig nimmt das amerikanische Kapital rasant zu. Nach Angaben des Immobilienmaklers Gilmar stieg der Anteil der Kunden aus den USA an seinen Transaktionen von 0,5 % im Jahr 2024 auf 6,2 % im Jahr 2025, wobei die Amerikaner bei diesem Unternehmen die Briten unter den ausländischen Käufern an der Costa del Sol bereits überholt haben. Spanienweit zeichnen sich Käufer aus den USA zudem durch den hohen Wert der erworbenen Immobilien aus.

Auch Ukrainer gehören zu den auffälligsten ausländischen Immobilienkäufern in Spanien, obwohl sich ihre Käufe nicht ausschließlich auf das Luxussegment konzentrieren.

Im ersten Quartal 2026 machten ukrainische Staatsbürger 3,08 % aller ausländischen Immobilienkäufe aus und belegten damit den zehnten Platz unter den Nationalitäten. Dies entspricht etwa 760 bis 765 Transaktionen in drei Monaten. Im zweiten Quartal betrug der Anteil der Ukrainer etwa 2,94 %, was dem 11. Platz unter den ausländischen Käufern entsprach. Im ersten Halbjahr erwarben Ukrainer etwa 1.500 Wohnimmobilien. Die letztgenannte Zahl ist eine Schätzung, da die spanischen Grundbuchämter die absolute Halbjahreszahl der ukrainischen Transaktionen nicht gesondert veröffentlicht haben.

Zum Vergleich: Im zweiten Quartal lagen die ukrainischen Käufer direkt hinter China, dessen Anteil bei 3,02 % lag. Dabei lag die Ukraine weiterhin vor einer ganzen Reihe traditioneller Märkte ausländischer Käufer.

Bereits im ersten Halbjahr 2025 stellten die Ukrainer mit dem Kauf von 2.165 Immobilienobjekten einen neuen Rekord für sich selbst auf. Damals stieg die Zahl der Transaktionen ukrainischer Staatsbürger im Jahresvergleich um 4,5 %. Der Durchschnittspreis der von Ukrainern erworbenen Immobilien lag bei etwa 1.832 Euro pro Quadratmeter, was deutlich unter dem Niveau amerikanischer, deutscher oder skandinavischer Käufer liegt und darauf hindeutet, dass ein erheblicher Teil der ukrainischen Nachfrage nicht auf das Ultra-Luxus-Segment, sondern auf das normale und mittlere Segment entfällt.

Regional betrachtet sind Ukrainer insbesondere in der Autonomen Gemeinschaft Valencia stark vertreten, wo sie Ende 2025 5,92 % aller Immobilienkäufe durch Ausländer ausmachten.

Bemerkenswert ist, dass die Abschaffung des „Golden Visa“-Programms durch Spanien zum 3. April 2025 die Situation im oberen Preissegment praktisch nicht verändert hat.

Nach Schätzungen von Hiscox entfielen auf Transaktionen im Zusammenhang mit dem Erhalt einer Aufenthaltsgenehmigung durch Investitionen lediglich etwa 0,5 % der Gesamtzahl der Transaktionen. Ein typischer Käufer von Immobilien im Wert von mehreren Millionen Euro entscheidet sich vor allem wegen der Lebensqualität, des Klimas, der Sicherheit, der Infrastruktur und der Möglichkeit zur Kapitaldiversifizierung für Spanien – und nicht, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.

Auch Reuters bestätigt diesen Trend: Geopolitische Instabilität ist zu einem zusätzlichen Nachfragefaktor geworden. Für einen Teil der polnischen und ukrainischen Familien gilt eine Immobilie an der Costa del Sol als Rückzugsort fernab der östlichen Grenze Europas, amerikanische Käufer suchen nach einem alternativen Wohnort und Anlagemöglichkeiten, und Kunden aus den Ländern am Persischen Golf beginnen, Spanien als mögliche Alternative zu Dubai in Betracht zu ziehen.

Somit wird der Markt für Luxusimmobilien in Spanien zunehmend internationaler.

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