Wie „Serbischer Ökonom“ berichtet, plant das chinesische Unternehmen Reliance, 100,5 Millionen Euro in den Bau einer Hightech-Batteriefabrik in der serbischen Stadt Indija zu investieren; das Projekt sieht die Schaffung von rund 250 Arbeitsplätzen vor, erklärte der serbische Präsident Aleksandar Vučić am 20. August.
Seinen Angaben zufolge sollen in dem Werk Batterien für Drohnen, unbemannte Fahrzeuge, Roboter, Haushaltsgeräte und andere Geräte hergestellt werden.
„Es handelt sich um ein Hightech-Unternehmen, eines der weltweit besten in der Herstellung von Batterien für Drohnen, unbemannte Fahrzeuge, Roboter, Haushaltsgeräte und andere Geräte“, zitiert die Zeitung „Danas“ Vučić unter Verweis auf sein Interview mit dem serbischen Rundfunk und Fernsehen (RTS).
Es wird davon ausgegangen, dass die Rahmenvereinbarung mit dem Investor Ende August 2026 unterzeichnet wird und die Bauarbeiten bereits Ende Oktober beginnen könnten.
Vučić präzisierte, dass Reliance eines von 14 Unternehmen war, mit deren Vertretern die serbische Seite während seiner letzten Reise nach China Verhandlungen geführt habe.
Dem Namen und dem vom Präsidenten beschriebenen Produktprofil nach zu urteilen, handelt es sich um die Jiangsu Reliance New Energy Technology Co., Ltd., die unter der Marke Reliance Battery tätig ist. Die serbischen Behörden haben jedoch bislang den vollständigen rechtlichen Namen des Investors für das Projekt in Indja noch nicht öffentlich bekannt gegeben.
Nach Angaben von Reliance selbst wurde das Unternehmen im November 2021 im chinesischen Changzhou gegründet und hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von leistungsstarken zylindrischen Lithium-Ionen-Zellen spezialisiert. Das Unternehmen produziert Zellen der Formate 21700 und der 46-Serie auf NCA- und LFP-Basis und betreibt zudem Forschung im Bereich von Halbfestkörper- und Festkörperbatterien sowie der Trockenelektroden-Technologie.
Das Unternehmen nennt ausdrücklich Drohnen, eVTOLs, humanoide und Logistikroboter, Elektrowerkzeuge, Haushaltsreinigungsgeräte, Elektromotorräder und -fahrräder, Autos, Notstromversorgungssysteme sowie Spezialfahrzeuge als Anwendungsbereiche für seine Batterien.
Sollte das Projekt umgesetzt werden, erhält Indien somit eine weitere Hightech-Produktionsstätte im Bereich der Elektrotechnik. Die Stadt hat bereits einen großen Industriecluster zwischen Belgrad und Novi Sad aufgebaut. So nahm im April 2025 hier die erste Fabrik des japanischen Unternehmens JFE Shoji in Europa mit einem Investitionsvolumen von über 50 Millionen Euro den Betrieb auf, die Elektromotorkerne für Haushaltsgeräte und die Automobilindustrie herstellt.
In Inđija ist außerdem das Werk von Toyo Tire Serbia in Betrieb, und im Jahr 2026 begann das japanische Unternehmen hier mit dem Bau eines neuen europäischen Forschungs- und Entwicklungszentrums im Wert von 29 Millionen Euro.